Aktuelle News

Die neuen Gesichter des Sports

19. Juni, 2017

Nationalratswahl als Chance für Sport und Bewegung

„Politiker mögen den Sport, weil ihnen mediale Inszenierungen als Sportler und/oder als Fans auf Sportveranstaltungen gar so gut gefallen. Schließlich gelten Spitzensportler als dynamisch, ausdauernd, konsequent, belastbar und (entscheidungs-)stark“, analysiert Politikwissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier.

Wenn Politiker sich gerne als Sportler und auf Sportveranstaltungen zeigen, müssten sie parteiübergreifend für jedes Fernsehbild und Foto jeweils eine sportpolitische Maßnahme umsetzen. Damit ist beiden Seiten geholfen. So einfach wäre es“, hat Prof. Filzmaier auch gleich einen Ratschlag bereit.

Der anerkannte Politanalyst wird einer der Key Note Speaker beim SPORTFORUM SCHLADMING sein, das ab kommenden Donnerstag zum dritten Mal stattfindet. Während die Parteien bereits nach prominenten Sportgesichtern für Ihre Wahlkampagnen suchen, präsentiert das SPORTFORUM SCHLADMING  die „DEKLARATION FÜR DEN SPORT“.

„Das derzeitige Regierungsprogramm heißt zwar Österreich fit für die Zukunft machen, dem Sport sind darin aber nur eineinhalb Seiten gewidmet“, stellt der Doyen der österreichischen Sportjournalisten Prof. Michael Kuhn fest.

Nationale und internationale Experten haben in den vergangenen drei Jahren an der DEKLARATION FÜR DEN SPORT gearbeitet, deren Herausgeber Prof. Kuhn ist. Die DEKLARATION FÜR DEN SPORT versteht sich als Hilfestellung und Leitfaden für künftige Regierungsprogramme auf allen Verwaltungsebenen von der Gemeinde bis zur Bundespolitik und präsentiert den Sport als Querschnitts-Materie: Gesundheitsförderung, Bildung, Tourismus, Showsport, Sportindustrie, Wirtschaft, aber auch gesellschaftspolitisch schwierige Themen wie Integration.

Umfassend werden konkrete Forderungen gestellt, mit dem Ziel, Sport und Bewegung stärker in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses zu stellen.

„Der Sport wird in der Wirtschaft, im Gesundheits- und Bildungswesen in Österreich schwer unterschätzt und viel zu wenig ernst genommen“, erklärt Ronnie Leitgeb, der Initiator des SPORTFORUM SCHLADMING.  „Wir müssen das enorme Potenzial des Sports viel besser als bisher ausschöpfen, die wirtschaftliche Kraft und das Einsparungspotential im Gesundheitswesen nutzen.“

 

Die neuen Gesichter des Sports

In Schladming präsentieren sich aber auch die neuen Gesichter des Sports, allen voran BSO Präsident BM a.D. Rudolf Hundstorfer mit Geschäftsführer Mag. Rainer Rößlhuber, sowie Sporthilfe Geschäftsführer Mag. Harald Bauer.

Spannend werden die Ausführungen von Mag. Nikolaus Schermann, wie die tägliche Turnstunde doch noch bundesweit umgesetzt werden könnte. Schermann gehört dem Kabinett von Sportminister Hans Peter Doskozil an und ist für die überaus erfolgreiche Einführung der täglichen Turnstunde im Burgenland verantwortlich.

Den Abschluss bildet eine Experten-Diskussion über die Stellung des Trainers im Sport.

„Städte und Gemeinden für mehr Sport“

5. Mai, 2017

In den vergangen Jahren hat sich ganz klar herauskristallisiert, wo für unser Anliegen – nämlich Sport und Bewegung in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft zu rücken – die größte Nachhaltigkeit erzeugt werden kann: in den Gemeinden und Städten. Jeder engagierte Gemeindefunktionär oder Sportverantwortliche in den Städten kann einen ganz wesentlichen Beitrag leisten. Sei es durch Bewegungskindergärten, spezielle Angebote für Senioren, Öffnung der Sportplätze, Fitnessparcours, Integrationsprogramme und vieles mehr.

Im Rahmen des SPORTFORUM SCHLADMING 2017 werden diese Personen eingeladen, funktionierende Projekte vorzustellen, die neuesten internationalen Entwicklungen kennenzulernen und durch den Erfahrungsaustausch vor Ort weitere Impulse zu gewinnen.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gern unter info@sportforum-schladming.at zur Verfügung.

SPORTFORUM SCHLADMING 2017

14. März, 2017

Das SPORTFORUM SCHLADMING 2017 hat den Schwerpunkt „Trainer im Sport“, wozu wir wieder zahlreiche hochkarätige Speaker gewinnen konnten.

Darüber hinaus wollen wir Ihnen spannende Themen präsentieren, wie etwa die Vorstellung des neuen BSO-Präsidenten, die Neupositionierung der Sporthilfe, sowie die Fragestellung durch internationale Experten, wie Sportstätten wirtschaftlich errichtet und genutzt werden können.

Wir freuen uns, Sie auch heuer wieder beim SPORTFORUM SCHLADMING begrüßen zu dürfen!

Pressemeldungen SPORTFORUM SCHLADMING 2016

20. Juli, 2016

Pressemeldungen aus Printmedien als PDF zum Herunterladen.

 

Einige der zahlreichen Berichte aus digitalen Medien:

http://www.sportthema.at/files/zeitung_1447784789.pdf

http://gemeindebund.at/images/uploads/downloads/2016/Programme/Sportforum_Schladming_Schreiben_Gemeindebund.pdf

http://www.schladming-dachstein.at/de/aktuell/events/sportforum+schladming+_e505015

http://www.observer.at/sportforum-schladming-steigt-von-2-bis-4-juni-im-congress-schladming/

http://www.sportthema.at/files/zeitung_1459756731.pdf

http://gemeinde.schladming.at/index.php/aktuelles/wichtige-informationen/312-sportforum-schladming-presented-by-simacek-vom-2-4-juni-2016.html

http://kommunal.at/Veranstaltung/sportforum-schladming-2/

http://www.kpv.stvp.at/infocenter-startseite   

http://gemeindebund.at/site/news-detail/sportforum-schladming-eltern-im-sport

https://www.facebook.com/schladming2030/

https://www.kommunalnet.at/mehr/services/kalender.html

http://www.wherevent.com/detail/Schladming-Rohrmoos-Pichl-2-Sportforum-Schladming

http://www.freegym.at/about-partner.html

http://diepresse.com/home/sport/mehrsport/4960529/Die-Welt-der-viel-zu-dicken-Kinder?_vl_backlink=/home/sport/index.do

http://www.tt.com/home/11335062-91/sport-eltern-im-sport-leitthema-f%C3%BCr-2.-sportforum-schladming.csp

http://diepresse.com/home/sport/mehrsport/4960808/WienMarathon_Visionen-Emotionen-und-Blockaden

http://www.falkensteiner.com/de/hotel/schladming/Sportforum+Schladming_e_12072

http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/fit-und-schlank/Eltern-stehen-beim-2-Sportforum-Schladming-im-Mittelpunkt;art194360,2200289

http://www.ennstal.tv/

http://www.kphvie.ac.at/institute/institut-fortbildung/institut-fortbildung-detailnachricht/article/eltern-im-sport-sportforum-schladming.html

http://www.sb-i.org/index.php?option=com_eventlist&view=details&id=22&Itemid=21

http://www.sb-i.org/index.php?option=com_content&view=article&id=365&Itemid=5

http://www.sb-i.org/index.php?option=com_content&view=article&id=366&Itemid=302

http://infopoint-magazin.at/highlights/

http://www.gaestezeitung.at/aktuelles.html

http://www.eventrakete.at/schladming/

http://www.mediagolf.at/de/newsshow-sportforum-schladming-wirft-seine-schatten-voraus

http://www.observer.at/observer-fungiert-als-sponsor-und-medienbeoachtungspartner-des-sportforum-schladming/?utm_source=newsletter1606&utm_medium=email&utm_campaign=Letter%2BJuni%2B2016

http://congress-schladming.at/blog/2016/06/04/sportforum-schladming-28-30-05-2015/

http://www.meinbezirk.at/liezen/sport/sportforum-schladming-d1754762.html

http://www.vol.at/sportpolitik-kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation/4742362

http://sport.orf.at/stories/2252164/

http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/sport/sn/artikel/kritischer-oeoc-chef-karl-stoss-oesterreich-ist-keine-sportnation-199195/

http://www.laola1.at/de/red/sport-mix/olympia-2016/news/stoss-kritik/

http://sport.orf.at/stories/2252164/

http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/sport/sn/artikel/kritischer-oeoc-chef-karl-stoss-oesterreich-ist-keine-sportnation-199195/

http://www.salzburg24.at/sportpolitik-kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation/4742292

http://www.laola1.at/de/red/sport-mix/mehr-sport/olympia/news/oeoc-praesident-stoss-vor-aufnahme-ins-ioc/

https://twitter.com/OBSERVER1896/status/738719330309922816/photo/1

https://twitter.com/OBSERVER1896/status/738409895737856000/photo/1

https://twitter.com/event_data/status/738772536499052544/photo/1

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/kommentare/822726_Sport-ohne-passenden-Ort.html

http://www.vienna.at/sportpolitik-kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation/4742292

http://www.vol.at/sportpolitik-kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation/4742292

http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/sport/sn/artikel/kritischer-oeoc-chef-karl-stoss-oesterreich-ist-keine-sportnation-199195/

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2016/06/03/kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation.html#.V1U5CxRf2P8

http://www.austria.com/kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation/apa-1530106116

http://www.vienna.at/kritischer-oeoc-chef-oesterreich-ist-keine-sportnation/apa-1530106116

http://www.kleinezeitung.at/k/sport/sommersport/5002400/Sportpolitik_OOCChef_Osterreich-ist-keine-Sportnation

http://www.oeoc.at/main.asp?DDate=02.06.2016&NID=16483&kat1=87&kat2=538&vid=1

https://www.kommunalnet.at/news/einzelansicht/kindersport-ohne-eltern-geht-gar-nichts/news/detail.html

http://www.uni-seeburg.at/de/aktuelles/news-details/article/sportforum-schladming-2016-univ-prof-dr-kapustin-als-speaker/

https://www.facebook.com/PrivatuniSchlossSeeburg/photos/a.256566884367773.67982.222778571079938/1230484776975974/?type=3&theater

http://runplugged.com/2016/06/06/15000_unterstutzer_fur_die_initiative_move_your_kids_vienna_city_marathon_1

http://www.laola1.at/de/red/sport-mix/mehr-sport/sonstiges/-sportforum-schladming–soll-stellenwert-des-sports-heben/

http://www.tt.com/home/11593793-91/sportpolitik-sportforum-entwickelte-deklaration-f%C3%BCr-sport-weiter.csp

http://tvthek.orf.at/program/Steiermark-heute/70020/Steiermark-heute/12886620/Sportforum-Schladming/12889085

http://tvthek.orf.at/program/Sport-20/2642577/Sport-20/12888903/Zweites-Sportforum-in-Schladming/12888908

http://tvthek.orf.at/program/Sport-Bild/1379/Sport-Bild/12893098/Sportforum-in-Schladming/12893119

http://tvthek.orf.at/program/Sportforum/12917400/Sportforum-Highlights/12914316

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160623_OTS0102/orf-sport-mit-dem-schulsport-magazin-schule-bewegt

http://www.sportthema.at/news

http://www.sportthema.at/files/zeitung_1467038000.pdf

SPORTFORUM SCHLADMING 2017

13. Juni, 2016

Der Termin für das 3. SPORTFORUM SCHLADMING steht fest:

22. – 24. Juni 2017

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

DEKLARATION FÜR DEN SPORT

4. Juni, 2016

DEKLARATION FÜR DEN SPORT 2016

“Nicht fragen, sondern machen!”

Großes Finale des 2. SPORTFORUM SCHLADMING mit der Präsentation der Special Olympics und der Weiterentwicklung der DEKLARATION FÜR DEN SPORT. Dieser Leitfaden wird demnächst an die zuständigen Politiker und Spitzenfunktionäre überreicht, um den Sport wieder ein Stück näher an den Mittelpunkt der österreichischen Gesellschaft zu rücken.

Zu Beginn nahm der Sportwissenschaftler und Freizeit-Soziologe Univ.-Doz. Roland Bässler die Berechnung der Werbewerte von Sport-Events kritisch unter die Lupe. Kernaussage: “Die Berechnung von Werbewerten lenkt oft von der Realität ab.” Eine These, die im Publikum nicht unwidersprochen blieb. Unter anderem meldete sich Wolfgang Konrad zu Wort, der als erfolgreicher Langzeit-Organisator des Vienna City Marathon von enorm hohen Werbewerten ausgehen kann. Bässlers zentrale provokante Frage: “Effekte von Sport-Events – mehr Schein als Sein?” wird also weiterhin polarisieren.

Die Special Olympics World Winter Games 2017 wurden von Geschäftsführer Mag. Markus Pichler präsentiert. Die weltweit größte Wintersport-Veranstaltung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung wird von 15. bis 24. März 2017 in Graz/Schladming/Ramsau stattfinden.

Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Jürgen Winter, Gunnar Prokop, Wolfgang Konrad und Initiator Ronnie Leitgeb.

 

Gunnar Prokop: “Wir glauben, dass wir jetzt mit Hans Peter Doskozil einen Sportminister haben, der mit unserer DEKLARATION FÜR DEN SPORT auch wirklich etwas anfangen kann. Und zwar nach dem Motto: ‘nicht fragen, sondern machen!'” Diese politische Bereitschaft hatte ja auch ÖOC-Präsident Karl Stoss zu Beginn des SPORTFORUM SCHLADMING gefordert und bekräftigt.

Wolfgang Konrad, der auch Organisator der Initiative “MOVE YOUR KIDS” ist:  “Gratulation, dass es dieses sehr, sehr wichtige SPORTFORUM SCHLADMING gibt. Es gibt damit endlich eine Plattform, auf der der Sport seine Stimme erheben kann. Es wird wachsen und es wird sich entwickeln, denn im österreichischen Sport gibt es unendlich viele Baustellen.”

Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter: “Schladming hat sich immer engagiert, mehr zu tun als Spitzensport-Events zu veranstalten. Daher ist es für uns selbstverständlich, mit den Special Olympics oder dem SPORTFORUM SCHLADMING nachhaltig Verantwortung zu übernehmen.”

Der Initiator und Organisator Ronnie Leitgeb: “Für alle vier großen Herausforderungen der aktuellen Politik haben wir Lösungsansätze anzubieten, die aber nicht wahrgenommen werden.” Dabei gehe es um Integration, Bildung, Arbeitsplatzsicherung und Gesundheit, wofür der Sport innovative und nachhaltige Lösungen garantieren könnte. “Das SPORTFORUM SCHLADMING kann diesbezüglich engagiert und unermüdlich Pionierarbeit leisten.”

Podiumsdiskussion

3. Juni, 2016

„Wir Eltern bringen keine Opfer für unsere Kinder, wir investieren in sie“

Auf der Bühne im congress Schladming wimmelte es nur so von Olympia-, WM- und EM-Medaillengewinnern. Der Höhepunkt des zweiten Tages beim 2. Sportforum Schladming war eine Podiumsdiskussion mit hochkarätiger Beteiligung. George Alaba, Eva Janko, Herbert Janko, Guido Hinterseer, Michaela Melzer, Rudolf Melzer, Margot Schmitz & Markus Rogan, Roswitha, Alois & Teresa Stadlober, Wolfgang Konrad und Andreas Schwab debattierten zum Thema „Eltern im Sport“.

Die Statements der Teilnehmer:

George Alaba: „David und ich sind immer gejoggt und haben versucht fit zu bleiben. Er ist nie müde geworden. Dann kam das große Interesse für Fußball. Die anderen Eltern und ein Lehrer waren von ihm so begeistert, weil er alle Tore geschossen hat, dass sie vorgeschlagen haben, ihn zu einem Verein zu geben. Heute danke ich Gott für alles, aber es war sehr hart. Alle haben gesagt, mein Auto gehöre ins Museum, aber wir wollten dass Bub und Mädchen je ein Zimmer haben. Das war wichtiger und nicht ganz leicht für eine Krankenschwester und einen Musiker, einen Kredit zu bekommen. Ich bin oft mit dem Zug gefahren, da haben sie immer meinen Ausweis kontrolliert. Wenn ich heute im Zug sitze, sagen sie: ‚Gute Reise, Herr Alaba‘. Wir haben so viel zurückbekommen.“

Eva Janko: „Marc war in allen Sportarten zuhause, er ist mit uns naturverbunden aufgewachsen. Nur seinen Ball hat er nie losgelassen.“

Herbert Janko: „Marcs älterer Bruder Jan war eine Art Ersatztrainer, weil wir ja selbst noch im Sport sehr engagiert waren. Er hat ihn ziemlich hergenommen. Beim Bergwandern hat Marc Genügsamkeit und Durchhaltevermögen gelernt. Man muss den Eltern auch klarmachen, dass sie einen persönlichen Gewinn davon haben. Es muss eine Verantwortungsgemeinschaft entstehen, in der sich alle, die mit Kindern zu tun haben, austauschen. Die Freude an dieser Aufgabe kann durch nichts ersetzt werden.“

Margot Schmitz (Mutter von Markus Rogan): „Ich bin Skifahrerin, doch wir haben in Wien gelebt. Markus war nicht müde zu kriegen, er ist in der Volksschule alle Kinder niedergerannt. Die Alternative war das Schwimmbad, doch in Wien hat sich kein Hund für Markus interessiert. Dann sind wir in die USA übersiedelt, dort hat ihn sofort ein Trainer aus dem Pool gefischt. Eine gleichaltrige Schwimmerin hat er toll gefunden, der ist er immer nachgeschwommen. Bei fünf Kindern war die Gleichbehandlung das größte Problem. Einer auf einer Elite-Uni in Amerika… und die anderen?“

Markus Rogan: „Ich musste schwimmen, weil die Lehrer gesagt haben: ‚Macht bitte etwas mit dem, der ist nicht ruhig zu stellen‘.“

Roswitha Stadlober-Steiner: „Theresa und ihr älterer Bruder waren beim Ski, Judo, Tennis und Schwimmen zuhause. Die Liebe zum Langlauf ist erst viel später gekommen. Das gute Material, das sie hatte, weil der Papa auch noch aktiv war, hat sicher geholfen. “

Alois Stadlober: „Wir waren mit den Kindern sehr viel draußen, egal ob im Sommer oder Winter. Das ist alles spielerisch abgelaufen. Dass dann Spitzensport daraus wird, ist auch Zufall. In der Schule muss Sport so wichtig werden wie Mathematik oder eine Fremdsprache.“

Theresa Stadlober: „Die Entscheidung waren die Ortsmeisterschaften: Alpin bin ich Letzte geworden, den Langlauf habe ich gewonnen. Das hat mir ab diesem Moment viel mehr Spaß gemacht. Das Hotel Mama will ich auch jetzt noch nützen.“

Guido Hinterseer: „Ich komme aus einer Skifahrer-Familie – siehe Großvater und Bruder – und war auch selbst Skirennläufer. Aber ich arbeitete in Wien, dadurch hat Lukas nie viel mit dem Skisport zu tun gehabt. Wo auch immer er gegangen ist, hat er einen Ball vor sich hergekickt. In der Wohnung hat er Gläser, Lampen und Vasen zerschossen. Die Mama hat gesagt: ‚Ich halt‘ das nicht mehr aus‘. So kam er zu einem Verein. Die Entbehrungen waren gering. Wir haben den Bub beim Klub abgegeben und es hat nichts gekostet. Wenn man bedenkt, was Eltern von Einzelsportlern investieren müssen, dann ist das ein Riesenunterschied.“

Andreas Schwab: „Wir haben unsere beiden Buben sehr sportlich erzogen für einen vernünftigen Freundeskreis und eine gute Schiene ins Leben hinein. Beide waren sehr vielseitig – Tischtennis, Tennis, Judo, Fußball, Skilauf – und mit leichten Plastikschlägern haben sie auch schon im Wohnzimmer Golf gespielt. Bei einer Autofahrt kam im Radio die Meldung, dass Matthias Lanzingers Unterschenkel amputiert werden musste. Beide Buben am Rücksitz haben sofort gesagt: ‚Jetzt werden wir Golfspieler‘. Die Zeit für die Kinder war niemals ein Verzicht, auch wenn die Mutter keinem Job nachgehen konnte. Wir haben 15 Jahre lang alle Urlaube mit den Kindern verbracht.“

Wolfgang Konrad: „Patrick hat mit Jiu Jitsu angefangen, das war nicht meins. Dann hat er zum Glück aufgehört. Auch wenn als Radprofi schon zwei Schlüsselbeinbrüche erlitten hat, so hat er beim Jiu Jitsu vielleicht wenigstens das Stürzen gut gelernt. In dieser Runde sitzt keiner, der die Zeit, die er in die Kinder investiert hat, als Opfer empfindet. Die Reisen mit Patrick zu den ersten Rennen im Ausland habe ich sehr genossen – auch wenn mich eine davon den Führerschein gekostet hat, weil ich ins Gespräch vertieft war und 160 gefahren bin. Wir dürfen alle, die hier sitzen, nicht vergessen, dass wir privilegierte Eltern sind. Doch es gibt tausende andere, die ihre Kinder nicht so unterstützen können. Auf die muss das Sportsystem schauen. Scouting findet in Österreich nicht statt.“

Rudolf Melzer: „Jürgen hat nicht auf Sand, sondern auf rotem Asphalt in Kalabrien mit dem Tennis begonnen. Wir alle haben auf viel verzichtet für die Sport-Karrieren der Buben. Und wir haben gelernt, dass Kartoffelpuffer besser schmecken können als Schnitzel.“

Michaela Melzer: „Mein Mann hat zwar Tennis gespielt, ich aber nicht. Aber Jürgen ist in allen Mannschafts-Sportarten sehr gut gewesen, beim Kicken war sein Spitzname „Gasselich“, mit zwölf Jahren ist die Entscheidung dann gefallen. Und Gerald ist eigentlich schon auf dem Tennisplatz aufgewachsen.“

Bewegung – der Weg aus dem Teufelskreis

3. Juni, 2016

Dichtes Programm am zweiten Tag beim 2. Sportforum Schladming zum Thema „Eltern im Sport“. Die Quintessenz der meisten Vorträge: Bewegung ist alles, schon von Kindesbeinen an. Apropos Kindesbeine: Viertklassler der Volksschule Ilz lockerten das Programm mit Übungen aus der Aktion „Bewegte Schule“ auf. Den Höhepunkt bildete die Podiumsdiskussion mit prominenten Eltern/Sportler-Paaren. Unter anderem diskutierten George Alaba, Eva & Herbert Janko, Guido Hinterseer, Rudolf Melzer, Margot Schmitz & Markus Rogan, Roswitha, Alois & Teresa Stadlober, Wolfgang Konrad und Andreas Schwab.

 

Andreas Hohmann: „Kinder werden größer und schwerer“

Prof. Dr. Andreas Hohmann referierte über die Verantwortung der Öffentlichkeit, etwa der Gemeinden, Kinder nachhaltig zu mehr Bewegung zu motivieren. „Kinder werden immer größer, damit auch schwerer und kräftiger. Das hat natürlich unterschiedlichste Auswirkungen auf die verschiedensten Sportarten“, erklärte der deutsche Sportwissenschaftler. „Daher müssen wir darauf achten, dass sich Kinder viel bewegen und dadurch ihre motorische Leistungsfähigkeit entwickeln und erhalten.“ Denn mangelnde Bewegung, Übergewicht und Medienkonsum reduzierten die motorische Leistungsfähigkeit teilweise extrem.

Daher müsse man schon im Grundschulalter präventive Maßnahmen setzen, etwa das frühe Wecken des Interesses für Sport. Hohmann: „Die Rolle der Eltern ist enorm wichtig, ebenso das Angebot der Vereine. Regelmäßige Sporteinheiten tragen wesentlich zur Steigerung der motorischen Leistungsfähigkeit bei.“

 

Claudia Francesconi: „Wir brauchen Bewegungsberater“

Prim. Dr. Claudia Francesconi ist Ärztin und seit 2014 erste Sekretärin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG). Mit der Aktion „FACE DIABETES“ will sie in der Öffentlichkeit die Wahrnehmung für Diabetes und seine Prävention schärfen. Rund 171 Millionen Menschen weltweit leiden unter Diabetes, in Österreich sind es offiziell etwa 430.000, also ca. 6 Prozent der Bevölkerung. Diese Zahlen könnten gesenkt werden, würden sich die Menschen mehr bewegen. „Das Thema betrifft nicht nur die Patienten“, sagte Francesconi, „sondern die gesamte Gesellschaft. Familie, Freunde und auch uns, weil es natürlich Geld kostet.“

Francesconi betonte den Teufelskreis: „Dicke Eltern bekommen dicke Kinder, die wiederum dicke Eltern werden und so weiter. Hier gilt es anzusetzen.“ Denn Übergewicht und Bewegungsmangel fördern Diabetes massiv, dafür sei der Sport ein optimales Therapieinstrument. Francesconi fordert einen „Bewegungsberater“: „Es gibt Ernähungsberater, aber keine Bewegungsberater, das wäre ganz wichtig. Man muss die Leute abholen“, stellte sie fest und schickte eine schockierende Zahl mit: Neun Prozent aller weltweiten Todesfälle würden durch Bewegungsmangel passieren und wären daher vermeidbar.

 

Jan Holze: „Sexuelle Gewalt muss enttabuisiert werden“

Jan Holze, Vorstandsmitglied der deutschen Sportjugend, nahm sich der Themen „Prävention sexueller Gewalt und Engagement-Förderung durch Sport“ an. „Die meisten Sportarten haben etwas mit Körperlichkeit sowie körperlicher Nähe und Kontakt zu tun“, sagte der renommierte Kinderschutzexperte. Es sei daher besonders wichtig, gerade beim miteinander Sporttreiben Grenzen zu definieren und so sexualisierter Gewalt im Sport vorzubeugen. „Sexuelle Gewalt muss enttabuisiert werden.“

Rund zehn Prozent aller Buben und zwanzig Prozent aller Mädchen in Deutschland und Österreich haben bis zum 18. Lebensjahr Erfahrung mit sexueller Gewalt machen müssen. „Es ist unsere Pflicht, ein Leitbild und einen Ehrenkodex für Vereine und Sportgruppen zu entwerfen, einen Verhaltensleitfaden zu erstellen, das Vier-Augen-Prinzip als Kontrolle einzuführen und Beratungsstellen einzurichten”, saggte Holze.

 

Wolfgang Konrad: „Move Your Kids“

Wolfgang Konrad berichtete von seinen Erfahrungen als ehemaliger Spitzensportler und Vater eines Spitzensportlers. Der Organisator des Vienna City Marathon (VCM) initiierte im Rahmen des Events die Aktion „move your kids“, die mehr die Eltern als die Kinder selbst anspricht. „Wir wollen die Eltern in die Pflicht nehmen, ihre Kinder zu motivieren sich zu bewegen.“

Konrad stört sich an der ewigen Diskussion um die tägliche Turnstunde. „Das sollte ohnehin passieren. Aber es geht doch nicht, die Verantwortung auf die Schulen und die Lehrer abzuwälzen. Die Verantwortung liegt natürlich bei den Eltern. Sie müssen Erlebniswelten für ihre Kinder schaffen, dann werden sich diese auch bewegen.“

Damit schlug er die Brücke zum Spitzensport. „Ich habe es selbst bei meinem Sohn Patrick, der Radprofi ist, erlebt: Ohne Eltern geht gar nichts. Sie sind Berater, Sponsoren, Chauffeure und vieles mehr. Hier ist die Politik gefragt. Schafft endlich eine vernünftige Infrastruktur. Schafft Arbeitsplätze im Sport.“

 

Peter Kapustin: „Die musische Bildung ist wesentlich“

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Peter Kapustin ist ein hoch dekorierter Funktionär, der sich u.a. der Integration von behinderten Kindern und der ganzheitlichen Bildung widmet. Im Projekt „Miteinander 2000 – Familien stärken“ an sechs Projekt-Grundschulen in Bayern wurde erfolgreich versucht, die Lebenswelten der Kinder zu vernetzen. Kapustin legt Wert auf eine spiel- und erlebnisbetonte, integrative und musisch orientierte Sportpraxis. „Ein wesentlicher Teil der ganzheitlichen Bildung ist die musische Bildung“, sagte Kapustin, „Tanz, Spiel und Sport sollten Grundvoraussetzungen sein.“

„Es darf nicht sein, dass der Sport in Österreich nicht gehört wird“

2. Juni, 2016

Ein Thema, das aktueller denn je ist und Keynote Speaker, die detailliert wissen, worum es geht – der Auftakt des 2. Sportforums Schladming hielt, was er versprach. Initiator Ronnie Leitgeb hat es sich mit seinen Mitstreitern zur Aufgabe gemacht, den Sport in Österreich vom Rand in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Das Thema „Eltern im Sport“, dem man sich im congress schladming verschrieben hat, ist dabei ein entscheidendes.

Leitgeb verwies in seiner Eröffnungsrede auf die „DEKLARATION FÜR DEN SPORT“, ein Werk, das der Politik als Anleitung für das nächste Regierungsprogramm übergeben werden soll. „Wir lassen nicht locker. Der letzte Bundeskanzler hat unsere Deklaration nicht genommen. Aber wir haben die Hoffnung, dass es der neue Bundeskanzler tut“, sagte Leitgeb. Leitgeb weiter: „Es darf nicht sein, dass der österreichische Sport nicht gehört und anständig repräsentiert wird.“

Für Leitgeb liegt ein Hauptproblem darin, dass in Österreich die Visionen fehlen. „Der Sport braucht Visionen und es braucht einen Visionär als Sportminister“, sagte der erfolgreiche Manager. Sportminister Hans Peter Doskozil hat die Deklaration für den Sport 2015 vor einigen Wochen entgegengenommen.

Zum Thema „Eltern im Sport“ setzte Leitgeb drei notwendige Eckpfeiler: „Zum einen sind das die kleinen Zellen. Jeder, der Kinder animiert sich zu bewegen ist enorm wertvoll. Zum anderen brauchen wir gut ausgebildete Trainer. Und das Training beginnt in Wahrheit, wenn die Kinder das Gehen lernen. Und letztlich liegt bei der Familie eine große Verantwortung. Die Eltern haben eine große gesellschaftliche Verantwortung für ihre Kinder. Und die hängt natürlich auch mit Sport zusammen.“

 

Karl Stoss: „Wachrütteln und mutig sein“

Als erster Vortragender betrat Dr. Karl Stoss das Podium. Und der Präsident des Österreichischen Olympischen Comites fand klare Worte. „Es braucht Menschen, die versuchen als Fahnenträger für die Sache zu fungieren. Ich weiß, manchmal fühlt man sich dabei wie ein Eunuch: Ich weiß, wie es geht, kann aber nicht“, fand er einen launigen Vergleich. „Man muss wachrütteln und mutig sein. Veranstaltungen wie das Sportforum Schladming sind ein hervorragender Träger.“

Aber auch für Stoss, der als ÖOC-Präsident den Spitzensport vertritt, beginnt der Sport natürlich im Kindesalter: „Nur 28 Prozent der Kinder in Österreich bewegen sich regelmäßig, 72 Prozent der bis 10-Jährigen bewegen sich nicht bis kaum. In Skandinavien ist es ziemlich genau umgekehrt. Das ist ein Ansatz. Denn Kinder, die sich nicht bewegen, werden öfter krank, verursachen höhere Kosten und haben in der Schule schlechtere Noten.“

Empörend findet Stoss die Tatsache, dass in Österreich Volksschullehrer und Kindergarten-Pädagogen für Unfälle „ihrer“ Kinder persönlich haften: „Das ist Unsinn und gehört längst aus der Welt geschafft.“

Stoss nannte die Dinge beim Namen. „Österreich ist keine Sport-Nation. Und wenn doch, dann nur vor dem TV, um das Fußball-Nationalteam oder die Ski-Helden anzufeuern.“ Warum das so ist? Für den Generaldirektor der Casinos Austria AG und der Österreichischen Lotterien GmbH gibt es sehr viele Gründe: Von der „Verpolitisierung des Sports, der die Weiterentwicklung hemme; über die geschlossenen Schulen im Sommer und die damit verbundenen geschlossenen Hallen und Sportplätze; über die „verheerende Sport-Infrastruktur, die eine Schande ist“; bis hin zur fehlenden gesellschaftlichen Verankerung des Sports.

„Jeder in den Sport investierte Euro spart fünf Euro an Behandlungskosten“, sagte Stoss. Und das beginne natürlich bei der Jugend. „Ronnie Leitgeb hat recht: Es fehlt die Vision. Es gibt mehr ein Gegeneinander als ein Miteinander. Sport und Unterricht gehören gemeinsam organisiert, nicht getrennt. Und es muss einen Gratis-Zugang zu öffentlichen Sportstätten geben.“

Die finanziellen Ressourcen, um unsere Kinder gesünder zu machen und im Spitzensport erfolgreich zu sein, wären vorhanden: „Die Österreichischen Lotterien investieren jährlich mindestens 80 Millionen Euro in den Sport, dazu kommen 20 bis 30 Millionen aus der Politik. Geld ist da, es wird nur im Gießkannensystem verteilt, viel zu viel versickert in der Administration.

Seinen beeindruckenden Vortrag beendete Stoss mit einem Klassiker: „Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.“ (Juvenal)

 

Werner Schmidt: „Mehr Gerechtigkeit und Bewegung für alle Kinder“

Dr. Werner Schmidt, Professor für Sportwissenschaft und Sportpädagogik an der Universität Duisburg-Essen, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Thema „Kinder und Bewegung“. Er fand überraschende Übereinstimmungen in Deutschland und Österreich – leider nicht nur positive. „Es hat in den letzten 40 Jahren keinen Wandel gegeben. Sport war und ist bei Kindern grundsätzlich die beliebteste Freizeitaktivität. Der Sport hat generell eine hohe Bedeutung“, erklärte Schmidt.

Allerdings krankt es wie hierzulande an der sportlichen Ausbildung: „Deutschland und Österreich sind die einzigen westeuropäischen Länder, in denen es für Ausbilder von Kindern keine Pflichtausbildung für Bewegung und Spiel gibt.“ In diesem Bereich seien Änderungen von enormer Bedeutung.

Schmidt fordert die Integration von Bewegung, Spiel und Sport in die Tagesabläufe von Kindern und Jugendlichen. Der Unterricht könnte bewegt stattfinden: „Es ist erwiesen, dass Kinder, die sich bewegen, bessere Lernerfolge vorweisen können.“

 

Christopher Flato: „eSport ist Hochleistungssport“

Christopher Flato ist Pressesprecher der Electronic Sport League (ESL). Er vermittelte den Zuhörern einen tiefen Einblick in die Welt des digitalen Profisports. „eSport“ ist ein Begriff für organisierte Videospiel-Wettbewerbe – vor allem zwischen Profispielern. Eine Massenbewegung mit Millionenpreisgeldern und Zuschauerzahlen wie in großen US-Profiligen. Eine der überraschenden Erkenntnisse: „eSport-Stars haben bei Wettkämpfen Herzfrequenzen von bis zu 180 und einen Cortisolspiegel wie Autorennfahrer. Außerdem müssen sie Ausgleichs- und Ergänzungssportarten im Ausmaß traditioneller Spitzensportler betreiben, um im eSport konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärte Flato.

 

Wolfgang Lang/Bernhard Bauer: „Komm raus spielen“

Abgeschlossen wurde der Reigen der Vorträge des ersten Tages von zwei Jung-Unternehmern, die eine außergewöhnliche Software präsentierten. Aus dem gemeinsamen Problem, Sportstätten für Hobby-Fußballspiele zu finden, entstand 2012 eine Idee mit dem interessanten Namen „VENUZLE“. Wolfgang Lang, Bernhard Bauer und Thomas Burgstaller entwickelten sie gemeinsam mit der Stadt Graz und Sportanbietern eine zentrale Verwaltungs- und Buchungssoftware, die es Betreibern ermöglicht, ihre Sportstätten modern, zeitsparend und umfassend zu verwalten. „Wir haben die Vision, das gesamte Sportangebot Österreichs auf einer Plattform abzubilden“, referierten Lang und Bauer. Der erste Schritt ist mit der Software getan.

Von der Idee der Jung-Unternehmer profitieren nicht nur Hobbysportler oder Vereine, sondern auch die Betreiber der Sportanlagen und Schulen oder Sportanbieter generell. „Mit unserer Software ist eine Verbesserung in Nutzung und Auslastung von vorhandenen Sportstätten gegeben“, erklärten Lang und Bauer. Das System kann alles: Von der Buchung über die Verwaltung, das Kundenmanagement bis zur Fakturierung. 2015 ging „VENUZLE“ als Sieger des Gemeindeinnovationspreises hervor.

„Die Eltern wirken als Multiplikatoren“

30. Mai, 2016

Interview mit Univ.-Doz. Mag. Dr. ROLAND BÄSSLER

Keynote Speaker beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK von 2. bis 4. Juni 2016 im congress schladming

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Roland Bässler: Die Eltern haben Vorbildwirkung! Diese kann das Bewegungs- und Sportengagement der Kinder und Jugendlichen weitgehend beeinflussen. Bei den Eltern sollte daher das Empowerment (aktives  und bewusstes Gesundheitshandeln) für einen gesunden Lebensstil, zu dem auch ein aktives Bewegungsverhalten gehört, entwickelt und verstärkt werden. Bewegungsförderndes Verhalten der Kinder und Jugendlichen muss deshalb auch bei den Eltern ansetzen! Die Eltern sind die erste und wichtigste Sozialisationsinstanz und wirken in der Folge als Multiplikatoren und sind somit für die zukünftige Gesundheit ihrer Kinder verantwortlich.

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „Effekte von Sportevents – mehr Schein als Sein? Die ökonomischen Effekte von Sportevents im Fokus des Sponsorings mit öffentlichen Mitteln – kritisch hinterfragt“. Was darf man sich darunter vorstellen?

R. B.: Ökonomische Effekte werden vielfach nicht kritisch hinterfragt. Ein undifferenzierter Einbezug von touristischen Parametern (z. B. „Gäste“, Besucheranzahl, Ausgaben, Reisehauptmotiv, etc.) führen dazu, dass verzerrte Aussagen über die wirtschaftliche Kraft /Bedeutung eines Sportevents getroffen werden.

 

Beinhaltet diese Themenstellung auch Zweifel an der viel zitierten Vorbildrolle des kommerziellen Spitzensports?

R. B.: Nein, es gibt hier keinen Zusammenhang.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Vielleicht weniger der Spitzensport als vielmehr der Breiten- und Schulsport. Was kann man dagegen tun?

R. B.: Schulsport erscheint mir derzeit kein Randthema zu sein. Es wird viel geredet, entwickelt, aber es findet keine Transfer zu den Kindern statt.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

R. B.: Der goldene Mittelweg liegt darin, dass man die Kinder entscheiden lässt, wo ihre sportlichen Interessen liegen.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

R. B.: Gesundheit: Bewegung ist eine zentrale Säule der Gesundheit

Wirtschaft: Sport ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Integration: Sport besitzt eine wichtige instrumentelle Funktion

Das Zusammenwirken dieser drei Bereiche führt zu einem höheren Stellenwert des Sports in der Gesellschaft.

 

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

„Mit der täglichen Turnstunde sparen wir Milliarden“

27. Mai, 2016

Interview mit Dr. KARL STOSS

Grand Opening beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK von 2. bis 4. Juni 2016 im congress schladming

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Karl Stoss: Ein talentierter Sportler hat es ohne entsprechende Unterstützung der Familie ungleich schwieriger, als Spitzensportler  Karriere zu machen. IOC-Sponsor Procter & Gamble macht seit geraumer Zeit vor Olympischen Spielen die sogenannte „Danke, Mama“-Kampagne. Nicht von ungefähr: Vor Sotschi war Gregor Schlierenzauer in Österreich das Testimonial, jetzt für Rio ist es Beate Schrott. Die Fakten sind eindeutig: Ohne Mutter Doris, eine Mehrkämpferin, wäre die Olympia-Finalistin über 100 m Hürden nicht zur Leichtathletik gekommen. Schon gar nicht zum Profisport. Bei der P&G-Kampagne machen weltweit absolute Top-Shots mit, die Stories ähneln sich. Mama hat mich zum Training gebracht. Sie hat mich angestachelt, als es nicht so gut lief. Diese familiären Erfolgs-Stories lassen sich nahtlos natürlich auch auf Väter umlegen: Lindsey Vonn hat bei den Jugendspielen in Lillehammer u.a. den ÖSV-Nachwuchs-Assen folgende Story erzählt: Zwischen 15 und 17 fuhr Lindsey ständig ihren Alterskolleginnen hinterher. Aber sie konnte eigentlich sehr gut damit leben, ihr machte Skifahren Spaß, sie fühlte sich wohl, fand nichts Schlechtes an den mangelnden Erfolgen. Bis ihr Vater sagte: Du fährst so schlecht, wann hörst Du endlich auf? Im ersten Moment klingen diese Worte schroff, unfair und moralisch verwerflich. Das soll auch nicht heißen, dass wir Väter animieren, solchen Beispielen zu folgen. Tatsache ist, dass Lindsey von diesem Moment an, ihr Leben selbst in die Hand nahm. Sie bat den Vater um einen einmaligen Geld-Vorschuss, fuhr solcherart nach Monaco, heuerte einen Konditionstrainer um teures Geld an und trainierte, wie sie das bis dahin nie getan hatte. Der Rest ist Geschichte. Der Vater hat jeden Dollar zurückbekommen. Und die Tochter hat noch immer Spaß am Skifahren, aber sie ist leistungsorientiert (im positivsten Sinne). Ein anderes Beispiel: Was wäre Marcel Hirscher ohne Vater Ferdinand? Eine Frage, die sich nicht beantworten lässt, wenngleich niemand den Erfolgsanteil des Vaters bestreiten wird – schon gar nicht Marcel selbst.

 

 Als Präsident des Österreichischen Olympischen Comités sind Sie unter anderem für die Spitze der Pyramide verantwortlich. Doch was muss an der Basis, sprich im Breitensport, in den Familien, Schulen und Kindergärten passieren, damit eine starke Spitze erhalten bleibt bzw. geschaffen wird?

K. S.: Peter Kleinmann, der für das ÖOC die Forderung nach der täglichen Turnstunde vorantreibt, kann ein Lied davon singen. Es bedurfte enormer Anstrengungen, dass Trainer jetzt eine Ausbildung machen können, damit sie die Befugnis erlangen, Sport an Schulen unterrichten zu können. Haken an der Sache: Es gibt viel zu wenige Kursplätze. Das Versprechen, die tägliche Turnstunde in den Ganztagsschulen umzusetzen, wurde aus Geldmangel bislang nicht einmal in Ansätzen verwirklicht. Die derzeitige Realität lautet: Nur 28 Prozent der Kindergarten- und Volksschul-Kinder bewegen sich regelmäßig, d.h. drei Mal in der Woche. Zum Vergleich: In Schweden sind es 72 Prozent. Neo-Sport-Minister Doskozil setzt sich jetzt vehement dafür ein, Schulversuche, Pilotprojekte einzuführen. Aber die Unterstützung ist – sobald es um die Finanzierung geht – enden wollend. Dabei braucht man bei Gott kein Mathematiker zu sein, um zu wissen: Mit der täglichen Turnstunde sparen wir uns auf lange Sicht gesehen zig Milliarden. Julius Tandler, ein Vertreter der Wiener Medizinischen Schule, dann Stadtrat in Wien, hat 1920 den Satz geprägt „Wer Sportplätze baut, hilft Spitäler sparen.“ Traurig, dass sein Zitat – knapp 100 Jahre später – kaum Beachtung findet…

 

 Ist der olympische Spitzensport für Sie auch ein Spiegelbild der Gesellschaft?

K. S.: Plakativ gesprochen, natürlich: Es gibt Helden, aber es gibt natürlich auch schwarze Schafe. Der Leistungsdruck nimmt ständig zu. Was im normalen Leben das Burn-Out, heißt im Sport Übertraining oder Verletzungspech. Die Schere zwischen Arm und Reich wird zusehends größer. Fußball-Stars verdienen exorbitante Beträge; für Randsportarten bleibt hingegen nicht viel übrig. TV-Einnahmen explodieren, aber nur im „großen Sport“. Bei den Förderungen sind viel zu viele verschiedene Institutionen involviert – da wären schlanke Strukturen sinnvoll.

 

Die Olympischen Jugendspiele sind ein starker Ansatz. Inwieweit kann das ÖOC zu einem gesunden, sportlichen Familiengefüge beitragen. Und welche Bedeutung kommt dabei der Vorbildrolle des Spitzensports zu?

K. S.: Mittlerweile gab es vier Auflagen, je zwei Mal Winter- und Sommerspiele. Das Format entwickelt sich gut. Wir im ÖOC nützen das immer mehr, um den Nachwuchs-Assen mit Hilfe von Workshops, Präsentationen möglichst viel für ihre weitere Karriere mit auf den Weg zu geben. Und die Jugendlichen nehmen das an. Sie lernen von ihren Vorbildern, sie werden immer professioneller.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

K. S.: Was den Stellenwert von Sport betrifft, haben wir definitiv Handlungsbedarf. Bei der letzten Regierungsumbildung war immer vom Verteidigungs-Ressort die Rede, nie vom Sport. Wir als ÖOC versuchen zuletzt vermehrt, auch gesellschaftspolitische Themen zu besetzen.

 

Wie stellt sich der ÖOC-Präsident eine ideale sportliche Familie vor?

K. S.: Mit Eltern, die ihre Kinder zur Bewegung animieren – sei es mit dem Fahrrad, zu Fuß, was auch immer. Je früher man damit beginnt, desto besser.

 

Sie sind begeisterter Bergsteiger, waren Schwimmer und Wasserballer: Wie sind Sie selbst dazu gekommen? Wie groß war dabei der Einfluss Ihrer Familie, ihrer Eltern?

K. S.: Ich bin die Ausnahme von der Regel. Meine Eltern waren gar nicht sportlich. Mein sportliches Vorbild war unser Turnlehrer – die Unterrichtsstunden haben praktisch nie im Turnsaal, sondern meistens im Freien, in den Bergen, stattgefunden. Er hat uns motiviert, möglichst viele Sportarten auszuprobieren. Unsere Schulskikurse fanden in Gebieten statt, wo’s keine Lifte gab, wir mieden normale Pisten, gingen stattdessen Ski-Touren.

 

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

Vision Venuzle: Komm raus spielen!

25. Mai, 2016

Interview mit DI Dr. WOLFGANG LANG

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK steht das Thema „Eltern im Sport”. Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Wolfgang Lang: Eltern und Familie bilden das Fundament (nicht nur) in der sportlichen Entwicklung. Sie bringen uns – ob aktiv oder passiv – als Erste in Kontakt mit dem Thema Sport. Wichtig ist die Förderung des Bewegungsdrangs der Kinder, und dies muss aktiv durch die Eltern unterstützt werden. Ballspielen mit dem Teddy macht einfach weniger Spaß als mit Papa. Gerade in Zeiten von ganztägiger Betreuung entscheiden Eltern ganz wesentlich, wofür die spärliche Freizeit ihrer Sprösslinge verwendet wird. Verbringt man gemeinsame Zeit vor dem Fernseher, oder geht gemeinsam sporteln. Überlässt man Kinder schon in der Volksschule ihrem Smartphone, oder bietet man ihnen sportliche Alternativen. Diese Entscheidung liegt ganz klar in der Verantwortung der Eltern. Auch die Vorbildwirkung der Eltern ist hier wesentlich.

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „VENUZLE – Komm raus spielen”. Das ist gleichzeitig ein Projekt, für das Sie, Thomas Burgstaller und Bernhard Bauer den Gemeindeinnovationspreis 2015 erhalten haben. Was darf man sich darunter vorstellen?

W. L.: Die Vision von Venuzle ist es, die Planung und Koordination sportlicher Aktivitäten alltagstauglich und benutzerfreundlich zu gestalten, um als Folge Menschen nachhaltig zum Sport zu motivieren. Gleichzeitig soll Sportbetreibern die Möglichkeit geboten werden, ihre Kommunikations- und Vertriebswege zu optimieren, die Verwaltung zu vereinfachen und die Auslastung zu steigern. Das Sportprojekt Venuzle stellt SportlerInnen und Sportanbietern die notwendigen Instrumente zur Verfügung und hilft dabei, diese Aufgaben zu meistern. Die Verwaltung von Sportanlagen und -kursen ist für die verantwortlichen Personen teils sehr mühsam. Grund ist meist eine unübersichtliche Darstellung von Terminen in Excel, Bearbeitung hunderter Reservierungsanfragen per E-Mail oder Telefon, umständliche Rechnungslegung und Buchhaltung, etc. – kurz die Verwaltung ist nicht mehr zeitgemäß und arbeitsaufwendig. Dieser Umstand wurde durch das Team von Venuzle aufgegriffen und mit dem “Venuzle Sports Manager“ eine moderne und nutzerfreundliche Lösung erarbeitet. Doch auch die SportlerInnen kommen nicht zu kurz. So können über das Sportportal SportlerInnen freie Sportangebote rund um die Uhr online finden und buchen. Zusätzliche Features wie die Mitspielerbörse, Organisation von Vereinen und Teams, die Ankündigung von Sportevents oder die Suche nach Sportpartnern, vereinfachen die Organisation des Sports – und man hat endlich Zeit, sich auf Sport zu konzentrieren.

 

Wie kann es gelingen, noch weitere Gemeinden und Regionen (neben Graz, Dornbirn und Gmunden) in ihr Projekt einzubinden?

W. L.: Mittlerweile haben wir mit Eisenstadt, Villach und Tulln weitere Partner gewonnen. Mit vielen anderen sind wir in der Planungs- und Testphase – wie etwa auch Schladming. Wir versuchen Gemeinden via Aussendungen, Messeauftritten oder Veranstaltungen auf uns aufmerksam zu machen – da hat uns der Gemeindeinnovationspreis auch sehr geholfen. Zudem werden wir intensiv von der Stadt Graz und dessen Sportamtsleiter Peinhaupt bzw. Magistratsdirektor Haidvogl unterstützt. Und auch unsere bisher sehr zufriedenen Kunden machen Mundpropaganda für uns. Leider erhalten wir aber keine Unterstützung durch Dachverbände (außer in der Steiermark) oder durch z.B. LSO oder BSO. Dabei reden wir nicht von finanzieller Unterstützung, sondern von Kontaktvermittlung, Projektbegleitung etc. Mittlerweile wissen wir auch, dass Prozesse in Kommunen nicht von heute auf morgen umgestellt werden können, und viele vor dem Aufwand einer Umstellung scheuen, obwohl man weiß, dass es danach weniger Aufwand in der täglichen Arbeit geben wird.
Da erhoffen wir uns durch Veranstaltungen wie dem Sportforum, Leute zu sensibilisieren und Testimonials zu finden, die uns in unserem Vorhaben unterstützen und die eine oder andere “Rutsche legen” können.

 

Leerstehende Sportstätten und gleichzeitig fehlende Sportstätten – das passt etwa so zusammen wie Arbeitslosigkeit und offene Stellen. Worin liegt dabei das Kernproblem?

W. L.: Einerseits Information: Viele Menschen wissen einfach nicht wo man in der Nähe Sport machen kann. Man denkt sich z.B. „dort dürfen sowieso nur Vereine rein“ oder „der Turnsaal ist nur für Schüler“ – kann auch so sein, die Infos darüber sind teilweise aber nur schwer recherchierbar;  meist auch nicht auf der Homepage. Zweitens Aufwand/Kosten für öffentliche Anbieter: Viele Schulen (aber auch z.B. das Landessportzentrum) haben am Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien geschlossen oder haben generell nicht für Außenstehende geöffnet.
Hauptgründe:

  • kein Personal zu dieser Zeit für Einlass, Sperrdienst, Reinigung
  • zu hohe Kosten für diese Dienste
  • keine Alternativlösung
  • Angst vor Beschädigung
  • Angst vor zu viel Aufwand

Auch hier versuchen wir, gemeinsam mit Sportanbietern – wo auch der Wille da ist – an Lösungen zu arbeiten.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt?

W. L.: Der Zusammenhang Sport und Gesundheit wird leider zu oft nicht erkannt bzw. ignoriert. Mehr Sport bedeutet auch mehr gesündere Menschen – und nicht wie oft argumentiert – mehr Verletzte. Die Politik agiert generell zu wenig nachhaltig und oft nur projekt- oder veranstaltungsbezogen. Beispiel Sportanlagen: es werden z.B. für eine EM Millionen von Euro für den Bau eines Stadions investiert, ohne ein vernünftiges Nachnutzungskonzept. Oder der Bau einer Paddelanlage in Wien für Millionen von Euro für nur wenige Athleten, obwohl eine ähnliche Anlage in Bratislava steht. Leider ist da der Begriff “Freunderlwirtschaft” nicht weit hergeholt. Themen gibt es da ohne Ende, da sind die Zeilen einfach zu kurz…

  • einheitliche Linie in der Kinder- und Jugendsportförderung
  • 3 Dachverbände mit riesiger Verwaltungsstruktur, kaum Abstimmung
  • Fördermittelverteilung
  • Privilegienwirtschaft,…

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

W. L.: Sport hat neben einer gesundheitlichen, auch eine soziale Funktion. Sport ist nicht nur für das Wohlbefinden jedes einzelnen, sondern zugleich für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft von herausragender Bedeutung. So sind z.B. Sportvereine und Gruppen ein unverzichtbarer Ort der Begegnung, der Integration und der Gemeinschaft. Sport bildet oft eine Ebene zwischen Menschen jeglicher Herkunft oder zwischen Menschen mit oder ohne Behinderung. Für viele bedeutet Sport Lebensqualität und Lebensfreude, was sich insgesamt positiv auf alle – auch beruflichen – Bereiche auswirkt.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

W. L.: Kinder sollten spielerisch an Sport herangeführt werden. Dabei ist es gut, Kinder anfangs verschiedene Sportarten ausprobieren zu lassen, denn nicht jedes Mädchen will Ballett tanzen und nicht jeder Junge Fußball spielen. Wenn dann Eltern die Sportarten für ihre Kinder festlegen, kann es sein, dass die Kleinen schnell die Lust verlieren – auch aufgrund der steigenden Leistungsansprüche der Eltern. Andererseits bewirkt fehlender Ehrgeiz bei den Eltern, oder “Angst davor dass sich das Kind weh tun könnte” oft, dass Kinder bei der kleinsten Herausforderung schon dankend ablehnen.  Ich glaube, dass es extrem wichtig ist, die Vorlieben der Kinder für bestimmte Sportarten ernst zu nehmen und Kindern zu vermitteln, dass man sie auf ihrem sportlichen Weg unterstützt. Gerade bei Kleineren sollte immer der Spaß am Sport im Vordergrund stehen. Denn dann haben Kinder auch später noch Lust darauf, besser zu werden oder weitere Sportarten kennenzulernen. So schaffen wir es, dass sich Jugendliche und Erwachsene gerne bewegen.

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

“Ohne die Mitarbeit der Eltern geht gar nichts”

23. Mai, 2016

Interview mit Dipl. Päd. MICHAELA EGARTER

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Michaela Egarter: Wenn ich meine Eltern in mein Projekt nicht miteinbeziehe  oder zumindest einiges an Verantwortung an sie weiterleite, wäre es nicht durchführbar. Das beginnt schon damit, dass die Eltern den Kindern die richtige Turnbekleidung mitgeben. Richtige Ernährung, genügend Bewegung in der Freizeit beginnen im Elternhaus! Ohne die Mitarbeit der Eltern geht leider gar nichts.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

M.E.: Egal aus welchem Land meine Kinder kommen, ich habe derzeit auch vier Flüchtlingskinder in meiner Klasse, Sport verbindet! Sport und Gesundheit gehören zusammen, denn durch den passenden Sport halte ich den Geist und den Körper gesund und fit. Die Sportindustrie könnte manche Sportausrüstungen erschwinglicher machen, damit auch die Bevölkerung, die nicht genügend Kleingeld besitzt, sich den Sport, den sie ausüben möchte, leisten kann.
Sie haben ja die Erfahrung gemacht, dass sportliche Bewegung Kindern auch zu intellektuellen Höchstleistungen verhilft. Wie groß und wie direkt ist dieser Zusammenhang?

M.E.: Der Zusammenhang besteht darin, dass im Gehirn viele Faktoren zusammenspielen. Dies hier zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Hier weise hier auf die “Bewegte Schule” hin, wo all dies nachzulesen ist. Meine Schüler arbeiten nach der morgendlichen Bewegungseinheit konzentrierter und haben eine gesteigerte Aufnahmefähigkeit. Das habe ich in den letzten drei Jahren beobachten können.

 

Die tägliche Bewegungseinheit im Unterreicht ist ja letztendlich auch zu einem politischen Thema geworden: Was muss geschehen, damit diese Entwicklung voranschreitet?

M.E.: Es muss sich einfach jeder Lehrer selbst dazu bereit erklären, mit seinen Schülern jeden Tag Sport zu betreiben. Auch muss dafür gesorgt sein, dass genug Platz an den Schulen ist. Turnsaal, Bewegungsraum, Sportanlagen außen, ….

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

M.E.: Das muss jeder Elternteil für sich entscheiden. Ich selbst bin nicht nur Lehrer, sondern auch Mutter von drei Kindern. Ich habe meinen Söhnen jede Möglichkeit gegeben, Sport zu betreiben. Tennis, Judo, Karate, Orientierungslauf. Eine große Hürde ist die Pubertät, denn hier zeigt sich dann erst, ob die Kinder sportlich bleiben!

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Was kann man dagegen tun?

M.E.: Man sollte einmal unsere lieben Politiker – und zwar alle; egal welcher Farbe – eine Woche lang an Schulen mit Kindern arbeiten lassen. Und dann sollen sie sagen, ob die Bewegung, ob Sport wichtig ist oder nicht!

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

„Die Rolle der Eltern und Geschwister kann gar nicht überschätzt werden”

20. Mai, 2016

Interview mit Prof. Dr. ANDREAS HOHMANN

Keynote Speaker beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK steht das Thema „Eltern im Sport“. Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft – nicht nur der österreichischen, sondern der gesamten europäischen Wohlstandsgesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Andreas Hohmann: Die Familie und insbesondere die Eltern übernehmen wichtige Vorbildfunktionen für das Bewegungs- und Ernährungsverhalten der Kinder. Wird ein aktiver und gesundheitsbewusster Lebensstil im familiären Umfeld vernachlässigt, wirkt sich das sehr schnell, direkt und nachhaltig positiv oder auch negativ auf das Freizeitverhalten und den Gesundheitszustand von Kindern aus.

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „Der kommunale Auftrag, Kinder nachhaltig zu mehr Bewegung und gesünderem Lebensstil zu motivieren“. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

A. H.: Kommunal unterstützte Sportangebote in Form von Bewegungskindergärten, Bewegte und Sportbetonte Schulen bzw. Schulklassen, Kampagnen zur Talent- und Bewegungsförderung sowie Freizeit-, Ferien- und Spielplatzangebote wirken sich sehr positiv auf das Freizeit- und Bewegungsverhalten von Kindern aus. Allerdings spielen die Qualität und niederschwellige Zugangschancen eine wichtige Rolle.

 

Sie waren Wasserballspieler und -trainer. Haben Sie Ihre Eltern zum Sport gebracht?

A. H.: Beide Elternteile haben den frühen Zugang zu verschiedenen Sportarten bereits im Vorschulalter unterstützt. Von besonderer Bedeutung für mich war die elterliche Unterstützung ab dem Übertritt in die weiterführende Schule und der damit verbundene Wechsel in einen Leistungssport treibenden Schwimm- und Wasserballverein. Im weiteren Verlauf des Jugend- und Juniorenalters haben meine Eltern mich und mein Leistungssportengagement insbesondere finanziell abgesichert.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

A. H.: Die Rolle der Eltern und Geschwister im Nachwuchsleistungssport kann kaum überschätzt werden. Neben dem zeitlichen und finanziellen Unterstützungsaufwand übernehmen Eltern häufig auch die Mediatoren-Funktion bei schulischen Problemen, wichtige Ämter in Verein und Stützpunkt bis hin zur Rolle des Trainers. Im Zuge der allmählichen „Versportlichung“ der familialen Lebenswelt trägt die gesamte Familie mit ihren Planungs- und Kompensationsleistungen sehr positiv und meist uneigennützig zur erfolgreichen Entwicklung des Nachwuchsleistungssport treibenden Kindes bei. Im negativen Fall können überehrgeizige Eltern das Kind im Rahmen einer „Delegationsbeziehung“ auch überfordern. Damit verbunden sind die Gefahren der Bevormundung der Kinder und der unzulässigen Beeinträchtigung der Autonomie des Trainers.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

A. H.: Die positiven gesundheitsbezogenen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Auswirkungen des Sports – und hier vor allem der Integrationsleistung des Vereinssports – werden von der Politik vielfach unterschätzt. Alleine der Nachwuchs im deutschen Leistungsfußball besteht zu etwa 40 Prozent aus Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die nirgendwo besser Eingang in die Gesellschaft finden als im organisierten Sport.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Ist das in Deutschland auch so?

A. H.: Auch wenn der organisierte Sport durchaus in erheblichem Maße von der subsidiären staatlichen Förderung profitiert, so erscheint dennoch die politische Wahrnehmung und Unterstützung des Sports defizitär. Besonders deutlich wurde dies einerseits auf dem Sektor des Leistungssports, wie man im Zusammenhang mit den in der jüngeren Vergangenheit mehrfach gescheiterten Olympiabewerbungen Deutschlands feststellen musste, und andererseits auch bei der mangelnden Unterstützung des Sports auf dem schulischen Bildungssektor. Im deutschen Schulsport bezieht sich dies nicht alleine auf den Umfang der schulischen Bewegungs- und Sportangebote, sondern gilt auch für die Qualität der Sportausbildung der Grundschullehrkräfte.

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

Empfang bei Sportminister Doskozil am 17.5.2016

18. Mai, 2016

„Gemeinsam bei den Kindern ansetzen“

 

Auf großes Interesse stießen Vertreter des SPORTFORUM SCHLADMING am Dienstag im Rahmen eines Empfangs im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport bei Sportminister Hans Peter Doskozil.

„Wir müssen bei den Kindern ansetzen und gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium die tägliche Turnstunde beziehungsweise Bewegungseinheit in den Schulen weiter forcieren“, sagte Doskozil. Man werde dafür sorgen, dass unter anderem die Dachverbände stärker als bisher in diesen wichtigen Prozess eingebunden werden. Ein Schulprojekt mit Pilot-Schwerpunkt Burgenland befinde sich bereits in der Entwicklungsphase. „Bis 2019 muss dieser umfangreiche Prozess zu schaffen sein“, sagte Doskozil.

Die Delegation des SPORTFORUM SCHLADMING – bestehend aus Initiator Ronnie Leitgeb, Gunnar Prokop, Prof. Michael Kuhn und,  last but not least, Mag. Ursula Simacek als Geschäftsführerin des Hauptsponsors, überreichte dem Sportminister die DEKLARATION FÜR DEN SPORT. Diese war 2015 in Schladming von Experten als Leitfaden und Richtungsweiser für die Sportpolitik in Österreich ausgearbeitet worden. „Wir haben die Sportszene in Österreich analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass der wichtigste Ansatzpunkt bei den Sportverantwortlichen der einzelnen Gemeinden und bei den Eltern liege“, erklärte Leitgeb.

Darum sei das Thema ELTERN IM SPORT auch das zentrale Thema des 2. SPORTFORUM SCHLADMING von 2. bis 4. Juni.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Österreich eine Sportnation wird“, ergänzte Gunnar Prokop. „Und das kann nur gelingen, wenn alle am selben Strang ziehen.“ Als nachhaltig und langfristig bezeichnete Mag. Ursula Simacek das Engagement ihres Unternehmens für das SPORTFORUM SCHLADMING. „Wir wollen aktiv etwas für die Jugend“, sagte sie. „Ein Unternehmen mit 7000 Mitarbeitern müsse ein Zeichen setzen. Und pragmatisch: „Fitness spart Kosten!“ Abschließend bezeichnete Ronnie Leitgeb den Gedankenaustausch mit Sportminister Hans Peter Doskozil als wohl wichtigsten Schritt Richtung Anerkennung des SPORTFORUM SCHLADMING. „Die offensichtlichen Parallelen in unseren Vorstellungen und Visionen geben mir große Hoffnung.“

Das SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK rückt den Sport aus verschiedenen Blickwinkeln in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Am Ende wird die 2015 verfasste DEKLARATION FÜR DEN SPORT von den anwesenden Experten weiterentwickelt und schließlich relevanten Politikern, sowie sport-affinen Persönlichkeiten und Funktionären übergeben.

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

Fotocredit: GEPA-pictures.com

„Laufen und Laufrad statt Kinderwagen und Auto“

17. Mai, 2016

Interview mit Dipl. Kfm. Ass. iur. JAN HOLZE

Keynote Speaker beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK von 2. bis 4. Juni 2016 im congress schladming

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft – nicht nur der österreichischen, sondern der gesamten europäischen Wohlstandsgesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Jan Holze: Eltern legen den Grundstein für ein bewegtes und somit sport- und gesundheitsorientiertes Leben ihrer Kinder. In den ersten Lebensjahren sind Eltern die wichtigste Orientierungsgröße für ihre Kinder, bevor diese sich nach dem Eintritt ins Schulleben und dem Pubertätsbeginn zunehmend an ihrer peer-group orientieren. Die Aufgabe der Eltern ist es daher, den Kindern einen bewegten Lebensstil vorzuleben und den Alltag mit Kindern bewegungsreich zu gestalten. Konkret bedeutet dies Laufen und Laufradfahren statt Kinderwagen und Auto. Kleinkinder gehen noch nicht allein in den Sportverein. Angebote des organisierten Sports müssen sich daher an Kinder und Eltern richten.

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „Jugendarbeitslosigkeit, Prävention sexualisierter Gewalt und Engagement-Förderung durch Sport“. Was darf man sich darunter vorstellen? 

J.H.: Sport ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die problematischen Bereiche der Gesellschaft sind daher auch mögliche Konfliktfelder im Sport. Die meisten Sportarten haben etwas mit Körperlichkeit sowie körperlicher Nähe und Kontakt zu tun. Es ist daher besonders wichtig, gerade beim miteinander Sporttreiben Grenzen zu definieren und so sexualisierter Gewalt im Sport vorzubeugen. Zur Bewältigung der an ihn gestellten Aufgaben braucht der organisierte Sport Menschen die sich engagieren. Ohne, das vor allem ehrenamtliche, Engagement würde es den Sport in seiner uns bekannten Vielschichtigkeit als wichtiges Element unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht geben. Über das Engagement in den Strukturen des Sports erleben Menschen, dass sie ihre Lebensumwelt aktiv beeinflussen können. Teamfähigkeit, Willensstärke sowie der Glaube an die eigene Stärke und Gestaltungskraft sind Werte die der Sport vermittelt und die gerade für junge Menschen mit unklarer beruflicher Perspektive wichtig sind. Engagement im Sport zu fördern und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen ist eine gemeinsame Aufgabe der Verantwortlichen in Sport und Politik.

 

Als Vorstandsmitglied der Dt. Sportjugend: Haben Sie Vergleichswerte mit Österreich?

J.H.: Sowohl in Deutschland, als auch in Österreich ist der Sektor Sport und Bewegung derjenige mit der höchsten Zahl an Engagierten. In Deutschland zeigt der Freiwilligensurvey 2014, dass rund 16 Prozent der Bevölkerung, und in Österreich zeigt der 2. Freiwilligenbericht 2015, dass rund 8 Prozent der Bevölkerung freiwillig für Sport und Bewegung engagiert sind.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Ist das in Deutschland auch so?

J.H.: Die Bedeutung des Sports als der größten zivilgesellschaftlichen Personenvereinigung ist im politischen Bewusstsein angekommen. Gleichwohl fehlt im politischen Alltag oft die Umsetzung der sich daraus ergebenden Konsequenzen. Wer eine aktive Gesellschaft mit bewegten Kindern möchte, muss die politischen Rahmenbedingungen entsprechend gestalten. Hierzu gehört, dass Sport und Bewegtes Lernen als Baustein in der Ausbildung von Erziehern und Lehrern fest verankert ist, aber auch eine bewegungsfreundliche Stadtplanung sowie die Bereitstellung von Sportinfrastruktur wie z.B. Turnhallen und Schwimmbäder.

 

Eines Ihrer Themenfelder heißt „Kinderwelt ist Bewegungswelt“. Nun ist es in Österreich oft so, dass die intellektuelle Entwicklung von der sportlichen abgekoppelt ist. Wie kann man diesbezüglich sinnvolle Verknüpfungen herstellen?

J.H.: Kinder begreifen die Welt und die ihr zur Grunde liegenden Gesetzmäßigkeiten vor allem durch Bewegung, Spiel und Sport. Kinder verstehen das Geheimnis der Schwerkraft nicht durch alleinige theoretische Wissensvermittlung, sondern indem sie erleben, dass Gegenstände, die sie in die Luft werfen immer wieder zu Boden fallen und in dem sie erfahren, dass sie Kraft aufbringen müssen um sich und ihren Körper im Raum zu bewegen. Bewegtes Lernen in Kindergärten und Schulen und hierfür entsprechende Angebote zu unterbreiten muss daher eines der großen Ziele des organisierten Sports sein.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

J.H.: Bei der Frage Kinder und Sport geht es nicht darum, ob die Eltern selber Sport mögen. Jedes Kind hat unabhängig von den Neigungen seiner Eltern ein Recht auf Bewegung. Wie viel Sport ein Kind machen sollte, hängt vom Kind ab. Es gibt keinen goldenen Mittelweg; jedes Kind ist anders. Manchen Kindern macht es Spaß mehrmals in der Woche zum Vereinssport zu gehen und sportliche (Höchst)Leistungen zu erbringen. Bei anderen liegt der Interessenschwerpunkt im musischen oder künstlerischen Bereich.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

J.H.: Auf der einen Seite ist der Sport sowohl in Deutschland als auch in Österreich ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Auf der anderen Seite profitiert die Wirtschaft von sportlich-orientierten und bewegten Arbeitnehmern, da diese nachweislich gesünder und leistungsfähiger sind. Im Bereich der Prävention im Gesundheitssektor sind Sport und ein bewegter Alltag unverzichtbare Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Gerade im Bereich der Integration ist der Sport in der Lage einen großen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Über das gemeinsame Sporttreiben entsteht trotz Sprach- und Kulturbarrieren eine Gemeinschaft, die ihre Mitglieder auch außerhalb des Platzes und der Turnhalle trägt.

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

„Es geht um Spiel, Spaß und Wettbewerb”

13. Mai, 2016

Interview mit CHRISTOPHER FLATO

Keynote Speaker beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK von 2. bis 4. Juni 2016 im congress schladming

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft – nicht nur der österreichischen, sondern der gesamten europäischen Wohlstandsgesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Christopher Flato: Insbesondere in den ersten 10 Jahren müssen Eltern eine tragende Rolle in der sportlichen Erziehung ihres Kindes einnehmen. Ob nun gemeinsame Radtouren am Wochenende oder die lange Suche nach dem perfekten Sport für den Nachwuchs  – Eltern müssen hier mit Zeit und ohne Zwang vorgehen. Kein Kind wird dauerhaft eine Sportart betreiben, zu der es keine Lust hat.

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „eSport – Der Sport der digitalen Generation“. Was darf man sich darunter vorstellen?

C. F.: Der eSport hat sich in den vergangenen Jahren eine Position innerhalb der jungen internationalen Gemeinschaft gesichert, welche man in dieser Form nicht mehr ignorieren darf und mit der sich Eltern, Gesellschaft und Politik auseinandersetzen müssen. Dass jüngere Generationen viel Zeit vor PC und Konsole verbringen, ist ein natürlicher Wandel unserer modernen Sozialstruktur und hochdotierte eSport-Turniere bieten diesen Protagonisten die Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen und ihr Hobby zum Beruf zu machen. Der sportliche Aspekt dabei wird häufig unterschätzt – hier müssen wir Aufklärungsarbeit leisten.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Ist das in Deutschland auch so?

C. F.: Das ist definitiv nicht der Fall. Wir haben in Deutschland ein starkes Sportbewusstsein und auch politisch wird das Thema häufig thematisiert und mit einer entsprechenden Priorität behandelt.

 

Dass die Jugend über eSport zu motivieren ist, erscheint vorstellbar. Doch wie können die Eltern, die oft von der elektronischen Entwicklung überrollt werden, in diesen Prozess eingebunden werden?

C. F.: Das Neue und Unbekannte ist seit Menschengedenken verteufelt worden: Das haben wir mit anderen Medien wie beispielsweise dem Buch bereits hinter uns gelassen. Eltern müssen sich mit den Interessen ihrer Kinder auseinandersetzen, die Faszination hinterfragen und sich selbst ein Bild machen. Warum nicht einfach dem Nachwuchs ein paar Stunden über die Schulter schauen, um das Spiel zu begreifen? Oder selbst ein paar Runden spielen? Bei näherer Betrachtung kann man sich eine klare Meinung bilden und sich direkt mit den Kindern austauschen. Manche Eltern wären überrascht, wie zugänglich die Kinder werden, wenn man für ihren Zeitvertreib Interesse zeigt.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

C. F.: Sport ist ein komplexes Thema und sollte als solches behandelt werden. Gründe für mehr Bewegung sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und daher sollte auch ein breites Feld an Begriffen angesprochen werden. Gesundheit, Wirtschaft und Integration mag für viele Menschen interessant wirken, allerdings ist für mich insbesondere der spielerische und sportliche Wettbewerbsgedanke von Belang. Kinder interessieren sich nicht für die wirtschaftlichen Prozesse eines Landes, sie wollen sich mit ihren Freunden messen, gewinnen und Spaß haben. Das sollte nicht in den Hintergrund gerückt werden.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

C. F.: Der goldene Mittelweg liegt offenkundig in der Mitte. Kinder sollten Sport mit Spaß und Zeitvertreib in Verbindung bringen, nicht jedoch mit einem notwendigen Übel, welches sich zwei Mal die Woche in einer Turnhalle abspielt. Eltern sollten hier mit Bedacht vorgehen: Auf der einen Seite bestimmend, auf der anderen Seite nachsichtig, weil sich das Kind schlussendlich die Sportart aussuchen muss. Begeisterung lässt sich selten erzwingen.

 

Welche Rolle spielt bei Kindern die spielerische Komponente?

C. F.: Meiner Meinung nach spielt die spielerische Komponente beim Sport eine wesentliche Rolle. Erwachsene Menschen gehen häufig in Fitness Studios, allerdings weniger aus Spaß an der Freude, sondern um gesundheitlich ausgewogen zu sein und der von der Gesellschaft vorgeschriebenen, optimalen Figur zu entsprechen. Kinder sind diese Banalitäten fremd – sie betreiben Sport als spaßige Freizeitbeschäftigung, um sich zu messen und die eigenen Grenzen ausloten zu können.

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

„Gegen das Abschieben von Verantwortung und für Visionen im Sport”

12. Mai, 2016

Interview mit WOLFGANG KONRAD

Organisator des Vienna City Marathon und Initiator der Aktion „Move your kids“, Keynote Speaker beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK von 2. bis 4. Juni 2016 im congress schladming

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft – nicht nur der österreichischen, sondern der gesamten europäischen Wohlstandsgesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Wolfgang Konrad: Leider hat sich in unserer Gesellschaft das Abschieben von Verantwortung fest eingenistet. Alleine die Schule hat sich von einer reinen Bildungseinrichtung auch zu einer Erziehungseinrichtung gewandelt. Erziehung findet in manchen sozialen Schichten nicht mehr im Elternhaus statt  sondern in der Schule.  Genauso ist es mit der Bewegung und dem Sport. Diese beiden Bereiche werden von der Politik auf die Schule abgewälzt. Stichwort „tägliche Turnstunde“.

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „Move your kids“. Was darf man sich unter dieser an sich klaren Message nun genau vorstellen?

W.K.: Die Diskussion nach den Olympischen Spielen von London und der meiner Meinung nach sinnlose Ruf nach der täglichen Turnstunde haben uns motiviert, über einen anderen Zugang zur Bewegung nachzudenken. Wir wollen mit dieser Kampagne die Eltern motivieren, gemeinsam mit Ihren Kindern Bewegung bis hin zum richtigen Sport zu betreiben.

 

Jahr für Jahr bewegen Sie mehr als 40.000 Menschen im Rahmen des Vienna City Marathon. Welche Rolle spielen dabei die Eltern?

W.K.: Genau da schließt sich der Kreis. Wir sprechen beim Vienna City Marathon ein bereits sportives Publikum an. Menschen, die schon Sportler sind. Tausende davon sind schon Eltern. Diese sport- und freizeit-orientierten Eltern motivieren wir – neben ihren persönlichen Bewegungseinheiten – auch noch Zeit für die eigenen Kinder aufzubringen und in gemeinsame Bewegung zu investieren.

 

Sie selbst waren über zehn Jahre ein absoluter Weltklasseläufer: Welche Rolle haben Ihre Eltern gespielt? Wie groß war der Einfluss der Familie?

W.K.: Nicht der Sport war bei uns zu Hause wichtig, sondern die Bewegung in der Natur. Unsere Eltern sind mit uns Kindern im Sommer auf den Berg und im Winter zum Skifahren gegangen. Spitzensport war kein Thema. Erst als sich bei mir die ersten Erfolge eingestellt haben, hat sich auch die Einstellung meiner Eltern zum Positiven gewandelt.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

W.K.: Die beiden Gruppen werden wir nicht mehr auf einen anderen Weg bringen können. Der goldene Mittelweg liegt in einem positiven Zugang zum Sport als Chance fürs Leben und dem Erreichen gesteckter, erreichbarer und vor allem realistischer Ziele.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Wie kann man dagegen ankämpfen? Oder besser: Wie haben Sie es geschafft, diesbezüglich erfolgreich einen Kontrapunkt zu setzen?

W.K.: Der größte Vorwurf, den ich der österreichischen Sportpolitik mache ist, dass sie keine Vision für den Sport hat. Ich glaube, dass man sich noch in keinem Gremium einmal ernsthaft darüber Gedanken gemacht hat. Ski Nation Nummer 1 zu sein, oder sich bei Olympischen Spielen Medaillen zu wünschen, das ist noch keine Vision, das ist ein Ziel. Als ich den Vienna City Marathon übernommen habe, habe ich als erstes eine Vision skizziert. An der habe ich gearbeitet, bis sich der Erfolg eingestellt hat. Die Vision ist der Wegweiser zum Erfolg.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

W.K.: Das sind drei Schlagworte, die sind austauschbar. Um den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken, gehört zuerst eine Vision für den Sport in unserer Gesellschaft entwickelt. Danach kann man über den Weg dorthin nachdenken. Der Weg ist das Ziel.

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

Die Familie als Fundament des Sports

11. Mai, 2016

Noch 22 Tage bis zum 2. SPORTFORUM SCHLADMING von 2. bis 4. Juni. Das zentrale Thema 2016 lautet ELTERN IM SPORT. „Leider hat sich in unserer Gesellschaft das Abschieben von Verantwortung fest eingenistet“, sagt Wolfgang Konrad, der seit Jahrzehnten den Vienna City Marathon erfolgreich veranstaltet und Jahr für Jahr mehr als 40.000 Menschen in Bewegung setzt. Er meint damit in erster Linie die Rolle der Eltern und der Familie. Die Schulen hätten sich notgedrungen von Bildungs- zu Erziehungseinrichtungen gewandelt, sagt Konrad. „Erziehung findet in manchen Gesellschaftsschichten nicht mehr im Elternhaus, sondern in der Schule statt.“

Aus diesem Blickwinkel erscheint es auch zu billig, die Verantwortung für sportliche und damit auch gesundheitliche Fehlentwicklungen ausschließlich bei der Politik zu sehen. „Sportorientierte Familienaktivitäten erfordern nicht nur das Verantwortungsbewusstsein der Eltern für die ganzheitliche Gesundheit, die Erziehung und Förderung ihrer Kinder, sondern eröffnen auch den Erwachsenen nachhaltige und emotionsstarke Erlebnisse im Miteinander und Füreinander“, analysiert Univ.-Prof. Peter Kapustin, der wie Konrad einer der insgesamt 12 Keynote Speaker beim SPORTFORUM SCHLADMING sein wird. Der ehemalige Vorstand für Sportwissenschaft an der Universität Würzburg (1980-2007) sieht die Familie als festes Fundament der Gesellschaft. „Eltern, Schule und Sportvereine befinden sich in einer Verantwortungsgemeinschaft für die gesundheitsorientierte Bewegungs- und Sporterziehung.“

„Insbesondere in den ersten zehn Jahren müssen Eltern eine tragende Rolle in der sportlichen Erziehung ihres Kindes einnehmen“, mahnt wiederum Keynote Speaker Christopher Flato, der das Thema „eSport – Der Sport der digitalen Generation“ beleuchten wird. „Ob nun gemeinsame Radtouren oder die lange Suche nach dem perfekten Sport für den Nachwuchs: Eltern müssen hier mit Zeit und ohne Zwang vorgehen. Kein Kind wird dauerhaft eine Sportart betreiben, zu der es keine Lust hat.“ Die Rolle des eSports dürfe dabei im digitalen Zeitalter keineswegs ignoriert werden, weil der motivierende Kontakt zwischen Eltern und Kindern andernfalls immer schwächer würde.

Das SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK rückt den Sport aus verschiedenen Blickwinkeln in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Am Ende wird die 2015 verfasste DEKLARATION FÜR DEN SPORT von den anwesenden Experten weiterentwickelt und schließlich relevanten Politikern, sowie sport-affinen Persönlichkeiten und Funktionären übergeben.

„Die Familie ist und bleibt das Fundament”

10. Mai, 2016

Interview mit Univ.-Prof. Dr. PETER KAPUSTIN

Keynote Speaker beim 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK von 2. bis 4. Juni 2016 im congress schladming

 

Im Brennpunkt des 2. SPORTFORUM SCHLADMING presented by SIMACEK  steht das Thema „Eltern im Sport“.  Bewegungsarmut, Übergewicht und damit verbundene Erkrankungen sind brennende Probleme unserer Gesellschaft – nicht nur der österreichischen, sondern der gesamten europäischen Wohlstandsgesellschaft. Welche Rolle spielt für Sie die Familie im Sport und worin besteht die Verantwortung der Eltern?

Peter Kapustin: Die Erfahrungen und Evaluationen (Fragebogenaktionen) bestärkten mich immer wieder in der Erkenntnis,

  • dass die Familie trotz beobachtbarer zunehmender Strukturvielfalt und Lebensstilveränderungen das Fundament der Gesellschaft und in der Verantwortung für Erziehung und Bildung ihrer Kinder bleiben wird. Die musische Bildung, zu der auch die Bewegungs-, Spiel-, Tanz und Sporterziehung zählt, ist eine hervorragende Chance zur Stärkung des Familienlebens und zur Stärkung emotionaler Bindungen im Familienkreis. Sportorientierte Familienaktivitäten erfordern nicht nur das Verantwortungsbewusstsein der Eltern/Großeltern für die ganzheitliche Gesundheit, die Erziehung und Förderung ihrer Kinder/Enkelkinder, sondern eröffnen auch den Erwachsenen nachhaltige und emotionsstarke Erlebnisse im Miteinander und Füreinander. Sport ist nicht nur für besondere Talente reserviert (auch diese sollen in pädagogischer Verantwortung gefördert werden), sondern für alle Menschen zu erschließen und somit auch eine Bereicherung der Lebensqualität vom Kleinkind bis zum Seniorenalter – auch bei unterschiedlichen sozialen Bedingungen.
  • Sport ist zunächst weder gesund noch ungesund – entscheidend ist, wer welchen Sport in welcher Intensität betreibt. Für den Leistungs- und Spitzensport ist beste Gesundheit eine unverzichtbare Voraussetzung. Sport für alle als Freizeitsport, Breitensport oder sogar betont als Gesundheitssport dient u. a. der Gesundheit – ob nun im Sinne der Fitness, der Prävention, der Therapie oder der Rehabilitation. Das gilt auch für Kinder! Aber mit Gesundheit ist eben nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch das psychische und soziale Wohlbefinden gemeint – also Wachstum, Organentwicklung, Immunkräfte, Selbstvertrauen, Lebensfreude, Erfolgserlebnisse, Integrationsfähigkeit, Kreativität …

 

Ihr Thema beim SPORTFORUM SCHLADMING lautet: „Eltern, Schule und Sportvereine in einer Verantwortungsgemeinschaft für die gesundheitsorientierte Bewegungs- und Sporterziehung“. Was darf man sich unter dieser an sich klaren Message nun genau vorstellen? 

P.K.: Kinder wachsen ab dem Kindergartenalter und spätestens ab dem Schulalter in den Einflussbereichen verschiedener „Lebensinseln“ auf:

  • Familie
  • Kindergarten/Schule/Tagesstätte
  • Sportverein
  • weitere Kindergruppen, z. B. in Religionsgemeinschaften
  • auch in der digitalen Medienwelt – eine „fesselnde“ virtuelle Spiel- und Erlebniswelt!?

Sind diese Lebensinseln stark genug mit „Brücken“ verbunden? Gemeint ist, ob die Verantwortlichen (Eltern, Erzieher/innen, Kinderbetreuer/Kindertrainer usw.) sich kennen, sich gemeinsam ihrer Verantwortung bewusst sind, koordiniert handeln? Gibt es also eine Vernetzung der Lebenswelten der Kinder?

Bei dem Projekt „Miteinander 2000“, das ich über zwei Jahre mit sechs Grundschulen, mit Sportvereinen, Kirchengemeinden und Musikschulen und vor allem mit den betreffenden Familien in Bayern organisiert und gestaltet hatte, war diese Vernetzung das Ziel. Es sollte eine Verantwortungsgemeinschaft vor allem mit Eltern – Lehrkräften – Kinderbetreuern/innen in Sportvereinen entstehen und auch im Interesse der gesunden Entwicklung der Kinder gelebt werden.

 

Manche Eltern sind Sportverweigerer, manche sind Leistungsneurotiker: Wo liegt der goldene Mittelweg?

P.K.: Vielleicht haben manche Eltern ein eingegrenztes Sportverständnis oder ungute Eigenerfahrungen mit Sport aus ihrer Jugendzeit. Sport darf aber niemals von „blindem“ Ehrgeiz, den womöglich Väter oder/und Mütter vorleben, verdorben werden. Die Erfahrungen in diesem Projekt „Miteinander 2000“, das familiengerechte Sportpraxis mit Diskussionen und Empfehlungen zur Lebensgestaltung verbunden hatte und in dem die Chancen des Sports für das Familienleben und für die gesundheitsorientierte Förderung (nicht Überforderung) der Kinder im Fokus waren, wurden an allen Projektschulen von allen Beteiligten sehr positiv bewertet. Bei einer außerordentlich hohen Beteiligung hatten Lustlosigkeit oder zerstörender Ehrgeiz keine Chance.

 

In Österreich wird Sport politisch viel zu oft als Randthema betrachtet und behandelt. Wie ist das in Deutschland? Und was kann man dagegen tun?

P.K.: Sport ist sicher politisch weder in Österreich noch in Deutschland grundsätzlich ein Randthema; Olympiasieger oder Welt- und Europameister werden durchaus von der Politik hofiert, vor allem, wenn Medien zugegen sind. Es gibt im Spitzensport auch „geliebte“ und aus pädagogischer Sicht erwünschte Vorbilder für die Kinder. Herausragende Sportevents von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung (z. B. Trumer Triathlon, traditionelle Wintersportwettbewerbe, Fußball-Europa Meisterschaften, Welt-Winterspiele der Special Olympics 2017 in Schladming) genießen durchaus ein hohes Maß an Aufmerksamkeit bis hin zur Stärkung der nationalen Identität. Andere Bereiche des Sports, wie z. B. Bewegungserziehung in Kindergärten, die tägliche Sportstunde in der Schule für alle, Familiensportangebote in Sportvereinen und Ferienzentren, Integrations- und Inklusionssport nicht nur im Spitzensport, Partnerschaften zwischen Volksschulen und Sportvereinen vor Ort oder Musik und Bewegung in Seniorenzentren, sind kaum im politischen Rampenlicht – die „Bühne“ ist kaum beleuchtet, die Medien finden die Attraktivität (noch) nicht. Hier sind nicht nur die Sportredaktionen gefordert!

Sport für alle wird noch allzu oft als Ausdruck einer Spaßgesellschaft gesehen – „Sport ist doch schön, weil er Spaß macht“. Wer erlebt hat, welchen Beitrag der passende Sport für die (Wieder-)Entdeckung der Lebensfreude und damit zur Stärkung der Lebenslust und einer positiven Lebensgrundhaltung von  Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder Erkrankungen leisten kann, weiß, dass mit dem Begriff „Spaß“ der Sport zu oberflächlich  und zu wenig nachhaltig eingeschätzt wird. Wir alle – auch die Damen und Herren in der Politik vor Ort, im Bundesland und auf nationaler Ebene sollten die eine Lebensfreude ausstrahlende Kraft, den Beitrag zur Gesundheitsförderung und zur Gemeinschaftspflege von Bewegungsspielen, von Sport und Tanz – ob in traditionellen Formen oder mit Trendcharakter – durchaus „ernst nehmen“.

Sport muss eine Querschnittsaufgabe für verschiedene Ministerien und Behörden werden – über die Kompetenzen des „Sportministeriums“, einer Landesbehörde für Sport und eines kommunalen Sportamtes hinaus. Auch hier gilt es, Netzwerkarbeit zwischen den Behörden, den Sportorganisationen, den weiteren Trägern des kulturellen und religiösen Lebens, der Wirtschaft und den Medien zu leisten.

 

In Schulprojekten in Bayern haben Sie eine Verantwortungsgemeinschaft Eltern-Lehrkräfte-Kinderbetreuer geschaffen. Wie sind diese Projekte aufgenommen worden? Worin bestanden eventuelle Hindernisse?

P.K.: Gelungene Schulsportprojekte gibt es in Bayern – trotzdem hat auch hier der Schulsport noch nicht den objektiv notwendigen Stellenwert erreicht. Im Durchschnitt hat ein Schüler/eine Schülerin etwa zwei bis drei Unterrichtsstunden à 45 Minuten pro Schulwoche. Allerdings haben sich Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen in zahlreichen Sportarten positiv entwickelt (z. B. in Arbeitsgemeinschaften) – und dies nicht nur im Hinblick auf Talentsichtung und Talentförderung. Die Hindernisse liegen an der unzureichenden Einsicht von immer noch zu vielen Verantwortlichen in Behörden, in der Schulpolitik, in Kommunen, aber auch im  Finanzwesen (z. B. Schließung von Schul-Lehrschwimmbecken mit der Folge, dass die Anzahl der Nichtschwimmer in den Grundschulen deutlich steigt) und letztlich auch in dem mangelhaften Interesse der Eltern am Schulsport ihrer Kinder. Es gibt kaum Eltern, die sich über ausfallende Sportstunden oder die Qualität des Schulsports Gedanken machen oder sich gar mit diesbezüglichen Fragen an die Lehrkräfte bzw. Schulleitung  wenden, obwohl sie vielleicht für sich Sportprogramme der Vereine oder der Fitnessclubs gerne in Anspruch nehmen… Nicht an allen Schulen sind fachlich bestens ausgebildete Sportlehrkräfte.

Von den Beteiligten (Eltern, Kinder, auch Familien mit Migrationshintergrund, Lehrkräfte, Schulleitungen, Kindertrainer/innen) an unserem o.g. Projekt kamen stets – wie bereits oben erwähnt – sehr positive Rückmeldungen. Wir waren im Gespräch und gemeinsam aktiv bei den sportlichen Aktivitäten und bei der weiteren Gestaltung unserer Treffen. Allerdings waren vor allem die beteiligten und „gastgebenden“ Lehrkräfte „ansteckend“ hoch motiviert.

 

Das SPORTFORUM SCHLADMING versucht, den Sport mehr als bisher in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Welche Rolle spielen für Sie dabei die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft, Integration?

P.K.: Die Begriffe Gesundheit, Wirtschaft und Integration sind zweifellos wichtige Schlüsselbegriffe – neben anderen – für die Nutzung der Chancen, die Sport bieten kann.

  • Der erfolgreiche Einsatz von angemessen dosiertem Sport z. B. für kleine und große Patienten und Patientinnen mit gewissen schweren Erkrankungen oder für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen beweist die gesundheitsfördernden Möglichkeiten des Sports. Dies gilt selbstverständlich im präventiven Sinn auch für die Menschen ohne offensichtliche chronische Erkrankungen oder Behinderungen – Prävention ist angesagt. Aber wer im Sport nur den Zweck Gesundheit sieht, erreicht das Ziel nicht wirklich. Wichtig ist die Lust zum Sport und die Freude am sportlichen Handeln – also den Sinn des Sports sollte jeder für sich entdecken. Denn der Sinn des Handelns liegt im Handeln (hier: das sportliche Handeln) selbst, der Zweck liegt außerhalb, d.h. ich treibe Sport nicht wegen der Freude am Sport, sondern weil er doch gesund sei oder öffentliche Anerkennung ermöglicht. Wenn aber die Lust zum Sporttreiben mit der Einsicht, dass Sport auch meiner Gesundheit dient, verknüpft ist, dann kann er zum nachhaltig wirkenden Lebensbegleiter werden.
  • Der Sport hat mit seinem Professionalisierungspotenzial, mit seinen Kommerzialisierungswegen und mit seinem Einfluss auf den Lebensstil von zunehmend mehr Menschen Arbeitsplätze geschaffen und ist zu einem respektablen Wirtschaftsfaktor geworden. Die Wirtschaftsunternehmen müssen an gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessiert sein; deshalb sind B. Betriebssportgemeinschaften oder Partnerschaften von Unternehmen mit Sportvereinen vor Ort mögliche Wege. Die Investitionen der Wirtschaft in den gesundheitsorientierten Sport werden oder würden sich lohnen.
  • Die aktuellen Flüchtlingsbewegungen mit den notwendigen Anstrengungen zur Integration dieser Menschen ist auch eine Herausforderung für die Verantwortlichen in Sportorganisationen. Der Sport hat sich immer wieder als eine integrierende Kraft bewährt. Hier sind Politik, Wirtschaft, die Medien, die Behörden und schließlich wir Bürgerinnen und Bürger gefordert. Auch im Sport ist die Bürger-Bewegung gefragt – wir gehen mit unserem Angebot auf die Flüchtlinge zu, um ihnen die Chance zu geben, auch mit, im und durch Bewegung, Spiel und Sport den Weg in unser gesellschaftliches Leben zu finden.

 

© Redaktion www.sportforum-schladming.at – Jürgen Preusser

 

Weitere Fakten von und über Univ.-Prof. Dr. Peter Kapustin

  • Vor allem während der letzten 30 Jahre konnte ich nicht nur als Vater und Großvater mit meiner eigenen Familie (3 Kinder, inzwischen 6 Enkelkinder) intensive Sporterfahrungen sammeln, sondern auch mit Familiengruppen aus Österreich und Bayern.
  • Für die Diözese Linz leitete ich als Sportpädagoge und Wissenschaftler im Mühlviertel (Ort: Unterweißenbach) bereits in den 70er Jahren bis in die 90er Jahre Familien-Sportferienwochen in den Sommerferien. Die Gruppenstärken bewegten sich zwischen 50 und 80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  • Ab 1985 organisierte und leitete ich Familien-Sommer- und Wintersportwochen bis nach dem Jahr 2000 mit Familiengruppen aus Würzburg, Nürnberg und ab 1992 auch aus Suhl (Thüringen). Die Projekte waren für Familien mit behinderten Kindern und Geschwistern ohne Behinderungen im Sinne einer Öffnung und Integration in das gesellschaftliche Leben konzipiert. Diese Familien, die sich oftmals auch als „behinderte“ Familie fühlten – vor allem in Ferien- bzw. Urlaubszeiten – entwickelten in den gemeinsamen Jahren zunehmend Selbstvertrauen und scheuten sich nicht mehr, mit ihrem behinderten Kind den Urlaub in der Öffentlichkeit zu genießen . Aktuell würden diese Ferienaktivitäten als  „inklusive Urlaubswochen“ bezeichnet werden. In den sommerlichen oder winterlichen Urlaubswochen in Tirol, in Südtirol, in Bibione/Italien, im Bayerischen Wald und in Inzell bewegten sich die Familiengruppenstärken zwischen 40 und 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
  • Die genannten Aktivitäten erfolgten im Rahmen meiner Projektarbeit als Vorstand des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Würzburg (1980 bis 2007/Pensionierung). Die Gründung einer Familiensportgruppe 1982 in Kooperation mit dem Verein Lebenshilfe Würzburg führte schließlich 1987 zur Gründung des Vereins „Familiensportclub Lebenshilfe Würzburg e. V.“. Gleichartige Gruppen konnte ich in Nürnberg und in Suhl initiieren.

2016 IM BRENNPUNKT – ELTERN IM SPORT

9. März, 2016

Eines von vier Kindern in Österreich betreibt Sport.
Eines von vier Kindern in Österreich ist übergewichtig oder leidet bereits an Fettleibigkeit. Die Generation der jetzt 14-Jährigen wird die erste seit Beginn der Aufzeichnungen sein, bei der die durchschnittliche Lebenserwartung rückläufig ist. Der dramatische Anstieg von Diabetes-Erkrankungen bei Jugendlichen – ausgelöst durch Sportverweigerung, sowie durch falsche und zu üppige Ernährung – ist zu einem zentralen Thema der medizinischen Forschung geworden.

 

Schon 2015 hat das SPORTFORUM SCHLADMING deutliche Akzente gesetzt, um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken. Auch 2016 bleibt das übergeordnete Ziel, den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken, unverändert. Mit der tatkräftigen und sprachgewaltigen Unterstützung internationaler Top-Experten stellt das 2. SPORTFORUM SCHLADMING von 2. bis 4. Juni im congress schladming diesmal das Thema „Eltern im Sport“ in den Brennpunkt.

Mütter und Väter tragen ein besonders hohes Maß an Verantwortung, wenn es um Gesundheit, Lebensqualität und Lebenserwartung der Kinder geht. Prominente Sportler-Eltern und die Eltern prominenter Sportler werden im Rahmen von Podiumsdiskussionen diesem Thema den notwendigen Nachdruck verleihen. Mit dabei: Roswitha Steiner-Stadlober und ihr Mann Alois Stadlober, Wolfgang Konrad, Margot Rogan, sowie – eine Woche vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft – Guido Hinterseer, Herbert Janko und George Alaba.

Alle Möglichkeiten zur Bestellung von Tickets, sämtliche Details zum SPORTFORUM SCHLADMING 2016, sowie Thema und Kurzbiografie jedes Keynote Speakers können Sie unserer Homepage www.sportforum-schladming.at entnehmen.

Für weitere Informationen, sowie Akkreditierungswünsche und Interview-Anfragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

info@sportforum-schladming.at

j.preusser@gmx.at

Pressemeldungen Sportforum Schladming 2015

7. Juli, 2015

Pressemeldungen aus Printmedien als PDF zum Herunterladen.

Einige der zahlreichen Berichte aus digitalen Medien:

Das 1. Sportforum Schladming und die DEKLARATION FÜR DEN SPORT

29. Mai, 2015

Die DEKLARATION FÜR DEN SPORT – resultierend aus dem Sportforum Schladming – hat sich zum Ziel gesetzt, einen Leitfaden für politische Entscheidungsträger, engagierte Funktionäre und all jene zu entwickeln, die ihren Beitrag leisten wollen, Sport und Bewegung in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft zu rücken.

Die Themen waren vielfältig, im Zentrum stand stets der Sport. Ob vom Vergleich zwischen Kunst und Sport, vom Beitrag des Sports zur gesellschaftlichen Entwicklung, der Zukunft des Sports bis hin zu sportlichen Sozialprojekten, dem Tourismusmotor Sport und dem Zusammenhang zwischen Sport und Gehirn – das 1. Sportforum Schladming ist extrem breit angelegt. Am zweiten Tag des Premieren-Events wurde im congress schladming das erste Ergebnis präsentiert.

Die DEKLARATION FÜR DEN SPORT wurde als Produkt der vorangegangenen Diskussionen, Vorträge und Forderungen fertiggestellt. In dieser Deklaration werden Lösungsansätze auf verschiedensten sportrelevanten Gebieten geboten und Forderungen an die Politik gestellt.

Die erste positive Folge des Sportforum Schladming ist: Uschi Simacek, mit ihrer Firma Partner des Sportforum Schladming, wird 30 bis 60 Kinder und Jugendliche zu einer Schneesportwoche einladen. „Ich möchte einen Stein ins Rollen bringen. Wenn jeder ein bisschen was tut, erreichen wir gemeinsam sehr viel. Abschauen ist erlaubt, Nachmachen erwünscht“, lächelte die Unternehmerin.

Die Trainer-Legende Gunnar Prokop hält große Stücke vom 1. Sportforum Schladming: „Das hat einen sehr großen Sinn. Vielleicht gelingt es uns, der Politik klarzumachen, dass sie teilweise Verhinderer ist.“

Der Star-Journalist Michael Kuhn, wie Prokop Gründungsmitglied des Sportforums, weiß, dass noch viel Arbeit wartet: „Unser Thema ist nicht sexy. Wir stehen hier unter dem Generalverdacht, dass hier nur diskutiert wird und nichts passiert. Wir werden beweisen, dass dem nicht so ist.“

Initiator Ronnie Leitgeb wird in den nächsten Wochen Schladming-Rucksäcke an Politiker verteilen. Inhalt: Die DEKLARATION FÜR DEN SPORT. „Diese Rucksäcke haben Symbolkraft. Wir hängen den Politikern etwas um und schauen nach einem Jahr, ob der Sport ins Eck gestellt wurde, oder ob etwas passiert ist.“ Adressaten werden unter anderem der Bundeskanzler, der Wirtschafts- und der Integrationsminister sein. „Der Sinn der Deklaration ist, dass wir ein Rahmenpapier entwickeln, das als Grundlage für künftige Regierungsprogramme dienen soll“, meinte Leitgeb.

Leitgeb ist auch die Unabhängigkeit des Sportforum Schladming wichtig: „Wir sind sauber, strukturiert und unabhängig von der Politik und von Dach- und Fachverbänden. Wir grenzen aber niemanden aus. Im Gegenteil: Wir laden alle ein, die für den Sport etwas tun wollen.“

Der Termin für das 2. Sportforum Schladming steht auch schon fest: Von 3. bis 5. Juni 2016 werden Leitgeb und seine Partner vom Gründungskomitee wieder in den congress schladming bitten.

Vor Leitgebs abschließenden Worten waren wieder hochkarätige Keynote Speaker am Wort. Mag. Martin Klug präsentierte das Projekt „Kids am Ball“, durch das mehr Bewegung in die Schulen gebracht werden soll. „Kinder verlieren fünf Lebensjahre wegen mangelnder Bewegung. Dem wollen wir entgegenwirken“, sagte Klug.

Philip Slapar setzte ein Vorzeige-Projekt um. Der junge Steirer brachte mit Hilfe von Politik und Unternehmen die Mittel auf, um in Graz für finanziell benachteiligte Kinder Sportplätze zu errichten. „Bis zu 70 Kinder, 80 Prozent davon Mit Migrationshintergrund, kommen inzwischen täglich, um unter professioneller Anleitung Sport zu betreiben“, berichtete Slapar, „und wir setzen alles daran, dass dieses Angebot auch künftig gratis bleibt.“ Fast zeitgleich mit seinem Vortrag ging auch seine Website www.kickitlike.at online.

Sven Gabor Janszky nahm den Zuhörern die Illusion, die mit rasender Geschwindigkeit wachsende Technologie ignorieren zu können. „Wehren Sie sich nicht, die Handys und Computer gewinnen. Der Computer weiß mehr als wir und die Kinder beziehen ihre Informationen daraus“, sagte Janszky und forderte: „Nehmen Sie Ihrem Kind das Handy nicht weg. Bringen Sie dem Handy Ihres Kindes bei, dass es ihm erklärt, dass Ihr Kind Sport treiben soll.“

Auch Mag. Werner Quasnicka und Mag. Philipp Reiffenstein war in ihren Vorträgen die allgemeine Bewegung ein Anliegen. „Probieren Sie alles aus. Die Vielfältigkeit der Bewegung ist auch der Schlüssel zur geistigen Fitness. Das gilt gleichermaßen für Jung und Alt“, erklärte Quasnicka.

Andreas Pürzel richtete seine Forderung an die Arbeitgeber. „Unternehmen müssten Gesundheitsstandards definieren und Fitnesstrainings anbieten. Und sie sollten ihre Mitarbeiter motivieren – etwa mit einer Punkteliste. Wird ein Wert erreicht, gibt es als Belohnung zum Beispiel eine Karte für ein Fitnesscenter. Fitte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter“, ergänzte der Fitnesstrainer.

Für Dr. Sabine Kubesch ist „Sportunterricht Glücksunterricht. Was ich im Sport lerne, kann ich auf andere Lebenssituationen übertragen.“ Die deutsche Neurowissenschaftlerin stellte weiters fest: „Kognitive Fähigkeiten profitieren von körperlichem Training. Die Beweise für all das sind erdrückend, aber es wird im Bildungswesen nicht umgesetzt.“

Dr. Franz Linser hob unter anderem die Bedeutung des Sports für den Tourismus hervor. „Die Politik muss die große wirtschaftliche Relevanz des Sporttourismus begreifen“, sagte er und wurde noch deutlicher: „Sport ist ein ganz wesentlicher Faktor des BIP und spart Steuergeld. Die Wirtschaft in Österreich würde ohne Sport zusammenbrechen.“

Anschließend beschäftigte sich Mag. Norbert Meister mit der „Suchtfalle Sport“. Wie andere Süchte gibt es auch die Sucht nach Sportausübung mit Entzugserscheinungen und anderen negativen Begleiterscheinungen. „Der Grat zwischen gesundem und selbstzerstörerischem Sport ist schmal“, sagte Meister.

Morgen, Samstag, haben die Teilnehmer am 1. Sportforum Schladming die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Unter professioneller Anleitung wird Golf, Mountainbiken und Wandern angeboten.

Bildmaterial finden Sie auf www.gepa-pictures.com

Videos von der Eröffnung und den Vorträgen der Keynote Speaker finden Sie auf dem Youtube-Channel des 1. Sportforum Schladming: https://goo.gl/36psX5

Eishockey-Champion Franz Voves eröffnete das 1. Sportforum Schladming

28. Mai, 2015

Franz Voves weiß, wovon er spricht. Der Steirer war 1976 Olympia-Teilnehmer und spielte 75-mal im österreichischen Eishockey-Nationalteam. Donnerstag eröffnete der ehemalige Spitzensportler, der inzwischen in die Politik gewechselt ist, das 1. Sportforum Schladming, das bis Samstag im congress schladming abgehalten wird.

Bildmaterial finden Sie auf GEPA-pictures

Videos von der Eröffnung und den Vorträgen der Keynote Speaker finden Sie auf dem Youtube-Channel des 1. Sportforum Schladming.

„Den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken.“

Dieses Ziel haben Ronnie Leitgeb und das Gründungskomitee vorgegeben. Der Sport-Manager ist Initiator des 1. Sportforum Schladming. Dem Ruf in den congress schladming folgten knapp 300 Zuhörer, darunter viele Prominente, denen der Sport ein Anliegen ist. So waren etwa Toni Innauer, Thomas Sykora, Markus Rogan, Nik Berger, Gunnar Prokop, Herbert Janko, Leodegar Pruschak (Raiffeisen) und Christian Worsch (Simacek) unter den Gästen.

Leitgeb hat eine Vision: „Wir wollen nicht am System rütteln und niemanden ausgrenzen. Wir wollen Probleme aufzeigen und Lösungen anbieten und einfordern.“ Es sei höchste Zeit, den Sport fester in der Gesellschaft zu verankern: „Die Lebenserwartung der heute 15-Jährigen ist niedriger als die ihrer Eltern. Das ist alarmierend“, sagte Leitgeb. Beim 1. Sportforum Schladming wird eine DEKLARATION FÜR DEN SPORT ausgearbeitet, die den zuständigen Politikern überreicht werden wird.

Mag. Franz Voves, der als Spitzensportler sämtliche Höhen und Tiefen erlebt hat, eröffnete heute das 1. Sportforum Schladming. „Der Sport war meine größte Lebensschule“, betonte er in seiner Rede, „im Sport habe ich Werte kennengelernt oder verfestigt, die mich mein Leben lang begleiten.“ Der Ex-Eishockey-Teamspieler nannte einige wie Zielsetzung, Einsatz, Überwindung, Durchhaltevermögen oder Teamgeist. „Hätte ich im Eishockey nicht so gute Verteidiger gehabt, hätten wir als Team niemals Erfolge gefeiert. Einer deckt mit seinen Stärken die Schwächen des anderen ab und umgekehrt.“

Auch den Respekt sprach Voves an: „Ohne Fleiß kein Preis. Und ich habe gelernt, dass sich die Mitbewerber genauso anstrengen wie ich. Damit wächst der Respekt vor der Leistung der anderen.“

Er wolle gern mithelfen, dem Sport jenen Stellenwert in der Gesellschaft zu verschaffen, der ihm gebühre. „Aber der Schlüssel bleiben die Eltern. Wir müssen die Eltern überzeugen, dass es für die physische und psychische Entwicklung ihrer Kinder entscheidend ist, dass diese sich bewegen. Ich wünsche mir, dass bei den Jungen Social Media out und die Freude an der Bewegung und die Kommunikation Face To Face in wird.“

Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter freute sich darüber, als Gastgeber des 1. Sportforum Schladming zu fungieren. „Schladming versteht sich als Landeshauptstadt für den Sport. Bei uns werden 83 Sportarten angeboten. Und die Gesundheit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Deshalb freuen wir uns besonders, dass das Sportforum bei uns zu Gast ist.“

Bereits am ersten Tag haben im congress schladming hochkarätige Keynote Speaker klare Forderungen an die Politik gestellt, um dem Sport in Österreich den ihm zustehenden Stellenwert zu verschaffen.

Florian Gschwandtner hat mit 26 Jahren das Bewegungs-App „Runtastic“ gegründet, fünf Jahre später arbeiten in seinem Unternehmen in Linz, Wien und San Francisco 120 Mitarbeiter. Mit den Runtastic-Apps will Gschwandtner Menschen motivieren, sich zu bewegen. „Übergewicht bei Kindern wird wahrgenommen, aber viel zu wenig kommuniziert. Mit unseren Apps bieten wir die Möglichkeit, in einen Wettbewerb zu treten. Gleichzeitig kann jeder für sich, ob Kind oder Erwachsener, ob übergewichtig oder richtig guter Hobbysportler, ablesen, wieviel er getan hat.“

Als Geheimnis des Erfolges von Runtastic sieht Gschwandtner den Mut. „Hierzulande wird vieles verhindert, weil es gleich zu Beginn heißt: ‚Das geht nicht, weil…‘ Das muss aufgebrochen werden und ist eine Einstellungssache.“

Der Sportwissenschaftler Prof. Otmar Weiß stellte fest: „Sport ist die beste Medizin, Sport ermöglicht eine Wertebildung.“ Dass Nicht-Sportler mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen die Unfälle der Sportler finanzieren würden, kann Weiß nicht nachvollziehen, er präsentierte eine Studie: „Die Kosten durch Sportunfallfolgen betragen rund 800 Millionen Euro. Der Nutzen der Sportausübung durch vermiedene Krankheitsfolgen bringt aber rund eine Milliarde Euro.“

Jeder sei gefordert, Sport zu betreiben und den nachfolgenden Generationen Sport schmackhaft zu machen. Und der Politik richtete Weiß aus: „Die Schulmisere in Österreich ist mindestens genauso eine Schulsportmisere.“

Der Sportmediziner Dr. Georg Fritsch stellte fest: „Aktive Menschen haben ein deutlich geringeres Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Gleiches gilt für Krankheiten wie Darmkrebs, Osteoporose und dergleichen.“ Er riet den Zuhörern: „Führen Sie ein bewegtes Leben.“ Studien belegten, dass für den „Gesundheitssportler“ rund fünf Stunden Bewegung pro Woche reichen würden, um eine großartige Wirkung zu erzielen.

Die Theater- und Box-Legende Werner Schneyder stellte einen nur auf den ersten Blick ungewöhnlichen Zusammenhang zwischen Sport und Kultur her. Sein Motto lautet: „Die Kunst hat nichts, was der Sport nicht auch zu bieten hat.“ Im Gegenteil: „Sport ist Kultur“, sagte Schneyder, „Sport ist der Kosmos der Dramaturgie, Sport ist Welttheater.“ Er beklagte sich darüber, dass „Kultur von der Kunst beschlagnahmt wird. Das ist falsch. Es gibt etwa eine Esskultur – und es gibt natürlich eine Körperkultur. Und die Kulturpolitik muss sich für den Sport verantwortlich fühlen. Denn der Sport ist eine Sparte der Kultur.“

Wie in der Kunst träfen auch im Sport die Einsparungen in erster Linie die Kleinen: „Es geht in erster Linie auf Kosten des Breitensports, nicht des Spitzensports. Wie in der Kunst nicht die Spitze

beschnitten wird, sondern etwa das Studiotheater, wird im Sport bei den Kleinen gekürzt und nicht bei den Großen.“ Schneyder wünscht sich ein eigenes Sportministerium. „Das wünschen sich alle, denen der Sport am Herzen liegt, schon lange, es scheint nicht zu funktionieren. Aber wenn das schon nicht klappt, dann gehört er zur Kultur. Denn Kultur und Sport hängen ursächlich zusammen.“

Der Unfallchirurg Dr. Rainer Gumpert beschäftigte sich mit dem „ewigen“ Thema „Rückenschmerzen und Bandscheibenprobleme“. Die Quintessenz: „Es gibt genetisch bedingte Probleme. Aber sonst gilt: Bewegung beugt vor. Wirbelsäule und Bandscheiben werden es Ihnen danken.“

Anschließend sprachen bei einer Podiumsdiskussion der renommierte Sozialwissenschaftler Prof. Roland Bässler, Volleyball-Verbandspräsident Peter Kleinmann, Ex-Schwimm-Weltrekordler Markus Rogan, der ORF-Experte und frühere Slalom-Weltcupsieger Thomas Sykora und Sportforum-Initiator Ronnie Leitgeb über das Thema: „Ist Österreich eine Sport-Nation?“

Bässler: „Ohne Tourismus wäre Österreich keine Sport-Nation.“

Kleinmann: „Auf der Ehrentribüne bei großen Events könnte man eine Nationalratssitzung abhalten. Wenn es aber um die politische Umsetzung geht, sind wir keine Sport-Nation.“ Er nannte einen erschreckenden Vergleich: „72 Prozent der Schweden betreiben Sport, aber nur 28 Prozent der Österreicher.“

Sykora: „Ausdauersportarten liegen bei den Eltern ja noch halbwegs im Trend. Würde man den Kindern aber einen Ball in den Pool werfen, so würden sie hunderte Längen schwimmen, ohne, dass ihnen langweilig wäre. Das Fehlen des spielerischen Aspektes ist für mich eine Fehlentwicklung.“

Rogan: „Wenn es um die Nationalhelden geht, sind wir sehr schnell eine Sport-Nation; dann werden diese Helden größenwahnsinnig – so wie ich!“

Leitgeb: „Ja, im Hochjubeln sind wir Europameister. Genau da müssen wir extrem aufpassen, weil dadurch der falsche Eindruck entsteht, dass wir eine Sport-Nation sind. Und 80 Prozent fühlen sich bestärkt, weiter Couch-Potatoes zu bleiben.“

Auch der höchste Sport-Beamte Österreichs, Samo Kobenter, sowie Ex-Volleyballer Nik Berger als Vertreter des Sportministeriums und BSO-Präsident Herbert Kocher mischten in der Diskussion höchst aktiv mit. Sie nannten teils alte Strukturen und Uneinigkeit in vielen kleineren Teil-Organisationen als Hauptprobleme.

Rogan bereicherte die Diskussion über die Verantwortlichkeit der Organisationen mit einer Aussage, der sich alle anschlossen: „Fragen wir doch nicht, was Organisationen für den Sport tun können. Fragen wir lieber, wie jeder von uns hier und heute dem Sport helfen kann.“ Ronnie Leitgeb nahm den „Stanglpass“ an: „Genau dafür gibt es das Sportforum Schladming. Nutzen wir es als Plattform, um unsere Ideen in Schwung zu bringen.“

Bildmaterial finden Sie auf GEPA-pictures

Videos von der Eröffnung und den Vorträgen der Keynote Speaker finden Sie auf dem Youtube-Channel des 1. Sportforum Schladming.

Am Freitag findet das 1. Sportforum Schladming seine Fortsetzung. Vorträge sind von Sven Gabor Janszky („Zukunft ohne Sport“), Mag. Martin Klug („Kids am Ball“), Philip Slapar („Willkommen in Österreich“), Mag. Werner Quasnicka/Mag. Philipp Reiffenstein („Kinder gesund bewegen“), Andreas Pürzel („Gesundes Unternehmen, Gesunder Arbeitsplatz“), Dr. Sabine Kubesch („Kein Sport – kein Gehirn“), Dr. Franz Linser („Tourismusmotor Sport“) und Mag. Norbert Meister („Suchtfalle Sport“) zu hören.

Mit sportlichen Grüßen,

Jürgen Preusser, Raimund Fabi, Manfred Polt
Presseteam Sportforum Schladming
1. Sportforum Schladming
28. bis 30. Mai 2015
presse@sportforum-schladming.at

Impressionen Sportforum Schladming 2015

28. Mai, 2015

Impressionen vom Sportforum Schladming 2015.

Fotocredit: GEPA-pictures.com

VIDEOS der Eröffnung und die Reden aller Keynote Speaker finden Sie auf unserem Youtube Channel.

Fettleibigkeit und Bewegungsmangel: Österreichs dramatische Zukunft

26. Mai, 2015

Alarmierende Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO: ein Bild des Schreckens für die österreichische Gesellschaft ! 57 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen sind übergewichtig – Gewichtszunahme dramatisch ansteigend. Als wären diese aktuellen Zahlen nicht erschreckend genug: In 15 Jahren werden bereits 79 Prozent aller Frauen übergewichtig sein. Das 1. Sportforum Schladming vom 28. bis 30. Mai 2015 appelliert mit seinen Experten an die EntscheidungsträgerInnen vehement gegen diese Entwicklung anzukämpfen.

Das düstere Zukunftsbild: Milliarden an Steuergeldern müssen investiert werden, um die Langzeitfolgen des Übergewichtes auszugleichen. Herzkreislauferkrankungen, Schlaganfälle und Diabetes verursachen enorm hohe Kosten im Gesundheitssystem und bringen nur der Pharmaindustrie hohe Gewinne. Sport wird noch viel zu wenig als effizienteste Therapie und Vorsorge wahrgenommen und eingesetzt.

Reform unseres Gesundheitssystems – ein politischer Dauerbrenner
Aber wo beginnt die Reform des Gesundheitssystems? In der neuen, heftig umstrittenen Arbeitszeitregelung für Ärzte? Beim Einsparen an Pflegepersonal? In der Zusammenlegung von Krankenhäusern? Beim Rauchverbot? Im Selbstbehalt der Patienten? Oder ganz einfach bei Sport und Bewegung der Jugendlichen?

Eine der banalste und ältesten Erkenntnisse der Menschheit besagt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Nun belegt die WHO: Wenn es die Hanni nicht lernt, wird die Johanna ewig zu dick sein.

Ist wieder einmal die Politik schuld? Nur sehr bedingt!
Der erste Schritt ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Aber reicht das? Nein! Es braucht insgesamt mehr Verantwortung unserer Gesellschaft für die Zukunft unserer Kinder. Eltern, die sich gerne mit Ihren Kindern bewegen, langfristig denkende Sportverantwortliche in jedem Gemeinderat, KinderpädagogInnen und VolkschullehrerInnen die bereits mit dem Schwerpunkt „Bewegung“ ausgebildet werden.

Wie groß muss nach der neuesten WHO Studie der Leidensdruck noch werden, bevor sich Gesundheitsreformer und Schulreformer treffen? Die tägliche Turnstunde ist ein Beginn, es braucht aber noch viele mehr Bewegung. Sonst werden sich unsere Kinder in wenigen Jahren weder das Gesundheitssystem noch eine erträgliche Lebensqualität leisten können.

Zu diesem Thema diskutieren beim Sportforum Schladming unter anderem Gehirnforscherin Dr. Sabine KUBESCH, Zukunftsforscher Prof. Gabor Janszky und viele andere Experten aus dem Sport.

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28. bis 30. Mai 2015

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Sportpolitik ist Kulturpolitik

23. Mai, 2015

Sport müsse viel weiter ins Zentrum der Gesellschaft rücken. Um diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher zu kommen, vertritt Werner Schneyder die Auffassung, dass der Sport politisch in einem eigenen Staatssekretariat im Kulturministerium beheimatet sein müsste. “Denn Sportpolitik ist Kulturpolitik”, sagt er.

Der Kabarettist, Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter und Sportkommentator staunt immer wieder über das Staunen vieler Leute darüber, dass sich Kunstschaffende vom Sport so faszinieren lassen. Dabei sei der Zusammenhang ganz einfach: “Der Thrill, der von der Dramaturgie des Sports ausgeht ist, artverwandt”, erklärt Schneyder. Für ihn sei die hohe Anzahl der “Sportnarren” unter den Künstlern daher eine ganz natürliche Sache.

Auch aus diesem Grund unterstützt Schneyder das SPORTFORUM SCHLADMING und ist einer der prominenten Keynote Speaker. “Kultur ist übergreifend, umfasst Kunst und Körperkultur”, sagt er. Doch dieser Zusammenhang werde nicht gelebt. Dabei seien die Parallelen von Sport und Kunst so offensichtlich. “Das beginnt schon bei der Verteilung der Gelder: Massen- und Hochkultur hier, Breiten- und Spitzensport dort. Das Problem ist in beiden Lebensbereichen genau das gleiche.”

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Sport ist eine Querschnittsmaterie

20. Mai, 2015

Dr. Franz Linser, 53, war österreichischer Meister im Hürdenlauf und Trainer der Ski-Nationalmannschaft. Als Keynote Speaker beim 1. SPORTFORUM SCHLADMING vom 28. bis 30. Mai fordert er die Politik auf ressortübergreifend zu denken und zu arbeiten.

„Das Ressortdenken der Politik muss überwunden werden“ sagt Dr. Franz Linser, Lektor an der Universität Innsbruck, Nationaltrainer, aktiver Spitzensportler, Ex-Politiker und seit zwanzig Jahren international erfolgreicher Unternehmer im Wellness- und Gesundheitstourismus. Linser gilt als international anerkannter Vordenker und Entwickler zukunftsorientierter Strategien für den Tourismus.

Unter „Ressortdenken“ versteht der Sportwissenschaftler die Tatsache, dass der Sport nur einem politischen Ressort zugeordnet ist: „Das ist falsch, weil er in kein klassisches Ressort passt“, sagt er. „Die Politik muss zum Beispiel die große wirtschaftliche Relevanz des Sporttourismus begreifen.“ Es sei durchaus eine Bringschuld beim SPORTFORUM SCHLADMING, diese großen Zusammenhänge zu erklären, aktiv einzufordern und anzugehen. „Wir müssen auch die gesundheitspolitische Relevanz erkennen: Mehr Sport – gesündere Bevölkerung.“

Jeder Bürger, der Sport betreibe, spare dem Gesundheitssystem täglich tausende Euros. „Daher muss endlich klar sein: Der Sporttourismus ist kein Bettelknabe. Jeder Cent kommt mehrfach zurück! Sport ist ein ganz wesentlicher Faktor des BIP und spart Steuergelder. Die Wirtschaft in Österreich würde ohne Sport zusammenbrechen.“ Es geht dabei aber nicht ausschließlich um den Sport als Tourismusmotor (so der Titel von Linsers Vortrag), sondern auch um eine sportfreundliche Schulpolitik: „Tägliche Turnstunden und Skikurse sind Ansätze, die mit der vollen politischen Kraft gefördert werden müssen“, sagt Linser. „Nur wer Sport betreibt, wird als Sporttourist erhalten bleiben.“ Sport sei also auch eine wirtschaftliche Existenzfrage für ein Land, das von der Natur her so viel zu bieten habe.

„Es muss aber auch die sportliche Infrastruktur ständig verbessert werden, unter anderem, indem Bewerbungen für Großevents aktiv politisch unterstützt werden.“ Linser ist davon überzeugt, dass die Berge und Wälder für alle da sein sollten. „Man darf doch nicht den Mountainbikern die Benützung der Forstwege untersagen oder sonstige Beschränkungen erlassen“, sagt er. Wohl aber müsse man von den Sportlern eine Art „Wald-Etikette“ einfordern.

Stichwort „Forstwege“: Die Naturfreunde werden beim SPORTFORUM SCHLADMING ebenfalls vertreten sein und u. a. ihr Projekt Freie Fahrt präsentieren: Unter www.naturfreunde.at/freie-fahrt kann man für die Freigabe der Forstwege für Biker unterschreiben.

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Sportforum Schladming

28. bis 30. Mai 2015

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Die Sucht nach Berühmtheit: Rogan provoziert Rogan

18. Mai, 2015

Weltrekordler, Weltmeister, neunfacher Europameister, zweifacher Olympia-Zweiter: Schwimm-Star Markus Rogan wird beim Sportforum Schladming im Rahmen einer Podiumsdiskussion neue, höchst polarisierende Impulse setzen.

„In einer Welt, in der der Wert eines Sportlers schon lange nicht mehr an sportlichen Erfolgen, sondern an medienwirksamen Interviews, Followers auf diversen Social-Media-Plattformen und choreografierten Sponsor-Logoplatzierungen gemessen wird, fühlt man sich manchmal ganz schön einsam“, sagt Markus Rogan. Beim SPORTFORUM SCHLADMING wird der erfolgreichste Schwimmer der österreichischen Sportgeschichte im Rahmen der Podiumsdiskussion (Donnerstag, 28. Mai – 18:30 Uhr) seine Sicht der Dinge klarstellen und damit neue, interessante Perspektiven eröffnen.

Markus Rogan, 33, war und ist eine stark polarisierende Sport-Persönlichkeit: Als erfolgreicher Spitzensportler unumstritten; von der Öffentlichkeit trotzdem keineswegs immer nur positiv wahr- und aufgenommen. „Ich war (und bin?) süchtig nach meinem eigenen Medienspiegel“, sagt er. Als ein Narziss der Moderne gehe er nach eigenen Angaben an einem durchschnittlichen Tag 37 Prozent der Österreicher auf die Nerven. Einst zahlten Sponsoren Hunderttausende Euro für geistreiche Interviews, am Ende interessierten sich nur mehr schlagwütige römische Türsteher für ihn.

Der ehemalige Student der Stanford University leistete zuletzt drei Jahre Forschungsarbeit im Department of Psychology an der UCLA, schloss sein zusätzliches Studium an der Antioch University 2014 mit dem Master of Clinical Psychology ab. Derzeit betreibt er eine private Praxis in Beverly Hills und ist Psychotherapeut in einem Drogen-Rehabilitationszentrum in Culver City (L.A.).

Wie lernt man mit der eigenen Bedeutungssucht umzugehen? Dazu Psychologe Markus Rogan: „Ich habe keine Ahnung… Aber ich werde es Ihnen erklären.“ Markus Rogan provoziert also nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Er hat das amerikanische Sport- und Universitätssystem (Stanford University) kennengelernt, ist darin groß geworden. Sein Blickwinkel auf den österreichischen Sport ist daher naturgemäß ein ganz anderer als der von jenen Sportlern, die im österreichischen System großgeworden oder untergegangen sind. Diese Erfahrungen könnten zu entscheidenden Impulsen werden, sofern man in Österreich bereit ist, sie anzunehmen und vor allem ernst zu nehmen.

Das SPORTFORUM SCHLADMING wird unter anderem diese Brücke schlagen. Am Ende des Events werden sowohl die hochkarätigen Keynote Speaker als auch die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion (Prof. Roland Bässler, Peter Kleinmann, Thomas Sykora und Markus Rogan) eine Deklaration für den Sport verfassen. Ziel dieser Deklaration ist es, dem Sport in Wirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen, Kultur, Politik, vor allem aber im Bewusstsein der Menschen jenen Stellenwert zu geben, der ihm zusteht.

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Sportforum Schladming

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Franz Voves eröffnet Sportforum Schladming

12. Mai, 2015

Der ehemalige Eishockey-Crack ist einer von ganz wenigen Spitzensportlern, die auch eine Spitzenposition in der Politik erreicht haben

Im Eishockey war Franz Voves ein gefürchteter Stürmer – auch in der Politik stürmt er stets voran. Vor allem, wenn es um brennende Themen geht. Beim SPORTFORUM SCHLADMING geht es um brennende Themen: Das Ziel ist es, mit der Deklaration für den Sport den entscheidenden Doppelpass zwischen Sport und Politik zu spielen. Es wird ein Leitfaden für die Politik erarbeitet, damit die heißesten Sportthemen des Landes auch wirklich aufgegriffen werden können. Es ist daher alles andere als Zufall, dass Voves das Grand Opening (Donnerstag, 28. Mai, 13:30 Uhr im congress schladming) vornimmt.

Der 62-Jährige ist einer von ganz wenigen Spitzensportlern, die – wie einst Liese Prokop – eine Spitzenposition in der Politik erreicht haben. Als 75-facher österreichischer Eishockey-Nationalspieler war er für seine Schnelligkeit und Durchsetzungskraft bekannt. Diese Eigenschaften hat er auch in der Politik beibehalten: Seit 2005 ist Voves Landeshauptmann der Steiermark.

Neulich bei der Steirischen Galanacht des Sports in Graz: Voves hebt in überzeugender Weise die Wirkung des Sports auf die Gesellschaft hervor. Im Zuge dessen findet er auch eine heftige Antwort auf die ständige Kritik an sportlichen Großveranstaltungen: „Ich kann das depperte Gerede nicht mehr hören!“ Wer die nachhaltige Wirkung solcher Events nicht verstehe, der verstehe auch den Sport nicht.

Franz Voves versteht die immens wichtige Rolle des Sports in der Gesellschaft hingegen sehr wohl. Und zwar nicht nur als achtfacher WM-Teilnehmer am Tag nach dem Sieg des österreichischen Teams gegen Deutschland bei der Eishockey-WM 2015 in Tschechien. Den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken – das ist das erklärte Ziel des Events. Die Teilnahme von Landeshauptmann Franz Voves ist daher ein ganz wesentlicher Beitrag dazu, dass die beim SPORTFORUM SCHLADMING erarbeitete Deklaration für den Sport ernstgenommen wird.

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Sport im Zentrum unseres Denkens

4. Mai, 2015

Wir müssen den Sport ins Zentrum unseres Denkens stellen – in diesem Punkt sind sich sowohl die hochkarätigen Keynote Speaker als auch die Gründungsmitglieder des SPORTFORUM SCHLADMING einig. Doch dieser unumgängliche Zivilisationsschritt ist speziell in Österreich überaus schwierig. Und zwar sowohl im Bildungs- und Gesundheitssystem als auch im wirtschaftlichen und kulturellen Tun. Die Vorträge anerkannter Experten beim 1. SPORTFORUM SCHLADMING (28. bis 30. Mai 2015) sollten daher nicht verpuffen wie so viele fundierte Warnungen in den vergangenen Jahrzehnten. Im Rahmen des Sportforums werden die Keynote Speaker klare Botschaften an die Politik ausarbeiten, damit endlich gehandelt wird.

Der führende Trendforscher Sven Gábor Jánszky warnt vor einer Zukunft ohne Sport. Der Unfallchirurg und Sporttraumatologe Rainer Gumpert stellt Risiko und Prävention durch Sport gegenüber. Der bekannte Sportmediziner Georg Fritsch erklärt unter anderem die Wirkung des Sports bei der Behandlung chronischer Erkrankungen. Schauspieler, Regisseur, Kabarettist, Autor und Box-Experte Werner Schneyder stellt die Verbindung zwischen Sport und Kultur her.

Otmar Weiß vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Wien erklärt den Beitrag des Sports zur gesellschaftlichen Entwicklung unter dem Motto „The Survival oft the Fittest“. Florian Gschwandtner, CEO von Runtastic, weiß, wie durch Sport „Millionen in Bewegung“ gesetzt werden – durchaus im doppelten Sinne.  „Kids am Ball“ ist Thema und Motto des angesehenen Mentaltrainers Martin Klug.

Fitnesstrainer und Buchautor Andreas Pürzel stellt in seinem Vortrag „Gesundes Unternehmen – gesunder Arbeitsplatz“ einen der wesentlichen Entwicklungsschritte unserer Gesellschaft dar.  Philip Slapar, der 2013 den Österreichischen Integrationspreis erhalten hat, stellt sein Erfolgsprojekt „Kick it like Bosco“ vor.

Das gemeinsame Thema des Sportwissenschaftler Werner Quasnicka und des Sportmanagers Philipp Reiffenstein lautet „Kinder gesund bewegen“. Die Neurowissenschaftlerin Sabine Kubesch begründet ihre provokante Behauptung „Kein Sport – kein Gehirn“. Sportwissenschaftler Franz Linser erklärt, welch gewaltiger Wirtschaftsmotor der Sport – speziell im Tourismus – ist und sein kann.

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Sportforum Schladming

28. bis 30. Mai 2015

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Sport macht g´scheit

28. April, 2015

Sport erhöht die Lernfähigkeit, körperliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf exekutive Funktionen. In Österreich wird Sport in mehrfacher Hinsicht als lästiges Anhängsel des Bildungssystems betrachtet. Das ist einer Der Gründe, warum das Sportforum Schladming (28. – 30. Mai 2015) versucht, den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken.

Die Neurowissenschaftlerin Sabine Kubesch ist eine der Keynote Speaker im Rahmen des Sportforum Schladming. Sie entwickelt sportpädagogische Konzepte, Trainingsgeräte und Lehrmaterialien, die die Förderung der Selbstregulation und exekutiver Funktionen von Kindern und Jugendlichen durch Bewegung, Sport und Spiel zum Ziel haben.

Die Message des Vortrags in vereinfachter Form: Sport macht g‘scheit!
Doch die Gründe, warum es hoch an der Zeit ist, den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken sind vielfältig:

Sport kann entscheidend dazu beitragen, …

# … das Bildungssystem auf internationales Niveau zu heben.

# … der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken.

# … im Gesundheitssystem Kosten für Vorsorge und Therapien zu minimieren.

# … Zivilisations- und Wohlstandskrankheiten zu reduzieren.

# … Drogenmissbrauch einzudämmen.

# … sozial benachteiligten Gruppen Chancen auf Anerkennung zu bieten.

# … Integration und Inklusion zu forcieren.

# … computer- und berufsbedingten Bewegungsarmut den Kampf anzusagen.

# … das Kulturland Österreich um den Aspekt der Körperkultur zu bereichern.

Rücken wir den Sport in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, indem wir die Politik auffordern, den Sport ernst zu nehmen.

Genau das soll im Rahmen des 1. Sportforum Schladming passieren. Hochkarätige Keynote Speaker werden ihren Teil dazu beitragen und eine Deklaration für den Sport verfassen.

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Quo Vadis Sport in Österreich?

21. April, 2015

Sind unsere Kinder nicht mehr für Sport geeignet?

Das Thema ist alles andere als neu, jedoch ärgerlicher und aktueller denn je: „Bewegungsmangel ist ein massives gesellschaftliches Problem“, sagt Hans Holdhaus, der im Rahmen eines Treffens des Panathlon-Club Österreich an seinem 70. Geburtstag eine Reihe durchaus unerfreulicher Überraschungen präsentierte.

Professor Holdhaus ist seit 33 Jahren Direktor des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung im Bundesportzentrum Südstadt (IMSB). „Schon 1999 haben wir eine Studie durchgeführt, um festzustellen, wie sportlich und beweglich unsere Kinder seien“, berichtet er beim 3. Clubabend von Panathon International (Club Wien). Das Ergebnis dieser Studie sei so erschütternd gewesen, dass es nicht veröffentlicht wurde. „Notorische Koordinationsschwächen, gesundheitliche Schäden im Kindesalter, Angst vor Bewegung, Übergewicht, Haltungsschäden.“

Seither hat es unendlich viele Diskussionen zu diesem brennenden Thema gegeben, aber bestenfalls im Ansatz Lösungen. „Im Gegenteil: Es betreiben immer weniger Menschen Sport“, sagt Holdhaus. „Die Fachverbände klagen über viel zu geringen Zulauf.“ 2014 habe das IMSB einen Talentetag veranstaltet. „Das Ergebnis war ebenso erschütternd wie ernüchternd. Sogar bei Kindern aus Schulen, die einen sportlichen Schwerpunkt haben.“

Die Kinder seien mit den einfachsten Übungen völlig überfordert gewesen: „Ich habe einen Lehrer gefragt, warum seine Kinder weder Rolle vorwärts noch rückwärts beherrschen“, erzählt Holdhaus. „Antwort: Weil wir das nicht mit ihnen machen…“ Noch schlimmer erscheint Holdhaus die Erklärung dafür, dass Kinder keinen Purzelbaum machen dürfen: „Sie könnten sich ja wehtun.“

Als alleiniger Grund für Fettleibigkeit – auch die ist bei unseren Kindern längst ein gravierendes Problem – werde oft die falsche Ernährung genannt. Dieser allgemein gültigen These widerspricht Holdhaus vehement: „Ernährung und Bewegung müssen im Gleichgewicht sein.“ Die beste Ernährung helfe nichts, wenn Kinder ihren Körper nicht beherrschen könnten.

„Das Problem beginnt im Kleinkindsalter“, sagt Holdhaus. Familie und Kindergarten seien jene Institutionen, in denen die meisten Fehler gemacht würden, die jetzt auch am meisten gefordert seien. Dort müsse die Politik auch den Hebel ansetzen. „Wenn sich Eltern nicht bewegen, bewegen sich auch die Kinder nicht.“ Eltern wüssten oft überhaupt nicht, was für ihr Kind wichtig sei. Und die Angst vor Verletzungen sei viel eher begründet, wenn Kinder nicht natürlich lernen, mit der vermeintlichen Gefahr umzugehen. „Kinder können sich niemals zu viel bewegen – Überlastung lässt die Natur gar nicht zu.“ Und Verletzungen passierten erst recht dann, wenn die Kinder nicht gelernt hätten, wie man fällt.

Gegen einige Widerstände sei es Holdhaus gelungen, in St. Veit an der Glan einen Bewegungskindergarten ins Leben zu rufen.  Das Ergebnis sei überwältigend gewesen. Die Anmeldezahlen schnellten nach einem Jahr verhaltener Skepsis in die Höhe. „Als die Kinder dann in die Schule kamen, klagten die Lehrer zwar, dass sie nicht ruhig sitzen konnten, doch sie gaben alle zu, dass genau die Kinder aus dem Bewegungskindergarten überdurchschnittlich g’scheit waren.“ Der spielerische Aufbau eines natürlichen Bewegungsschatzes habe auch enorm positive und vielfach unterschätzte Auswirkungen auf die Kognition.

Bezeichnend ist auch, dass das Beispiel des Bewegungskindergartens oft kopiert wurde. „Im Ausland“, sagt Holdhaus nicht ohne ironischen Blick.  „In Österreich kaum.“ Eine Ausnahme bilde das Land Vorarlberg, wo die Bewegung in den Kindergärten mehr oder weniger institutionalisiert worden sei.

Nach den teilweise schockierenden Ausführungen von Prof. Holdhaus entwickelte sich eine hitzige Diskussion beim Panathlon Clubabend, in die auch Gunnar Prokop, Peter Kleinmann, Vertreter von Dachverbänden und Schulorganisationen, sowie prominente Medienvertreter  ihre Standpunkte einbrachten.

„Die Verantwortung muss endlich auch von der Politik wahrgenommen werden“, sagte Panathlon-Präsident Ronnie Leitgeb. „Punktuelle Aktionen bringen nichts“, ergänzte Holdhaus.

Leitgeb führte in diesem Zusammenhang auch das Sportforum Schladming ins Treffen, das heuer erstmals von 28. – 30. Mai im congress schladming stattfinden wird. (Anmeldungen auf www.sportforum-schladming.at ) Dort werden prominente Keynote Speaker u.a. eine Deklaration für den Sport formulieren.  „Der Sport muss in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft rücken“, sagte Leitgeb. „Die Politik muss sich des gesundheitlichen, des wirtschaftlichen, des integrativen, des kognitiven und des sozialen Potenzials des Sports endlich bewusst werden.“

Es gehe um nichts Geringeres als um die Zukunft unserer Kinder. Denn die Antwort auf die von Hans Holdhaus eingangs gestellte Frage „Sind unsere Kinder nicht mehr für Sport geeignet?“ ist eindeutig mit NEIN zu beantworten.

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Der ganz normale Wahnsinn

20. April, 2015

von Michael KUHN
ehem. Sportchef der Kronenzeitung
und Präsident von Sports Media Austria

Als Elmar Oberhauser im Jänner 1995 Fernsehsportchef wurde und ich noch für die Krone arbeitete, versprachen wir einander in die Hand: Gemeinsam werden wir den Sport aus den Fängen der Politik befreien. Wär doch gelacht, wenn das den mächtigsten Medien des Landes nicht gelänge.

Wir sind kläglich gescheitert.

Auch 20 Jahre später hat sich nichts bewegt. Immer noch sitzen parteipolitische Vorfeldorganisationen an den Schaltstellen des Sports. Dachverbände, Bundessportorganisation, Sportministerium, Landeskompetenzen, Olympiasport, Heeressport  – die sinnlose Mehrfachverwaltung beschäftigt ein Heer an Mitarbeitern und vergeudet Millionen, die den Sportlern zugute kommen sollten.

Dieser leider ganz normale Wahnsinn wird Diskussionsthema im Sportforum Schladming sein, dann nämlich, wenn wir darüber reden, ob Österreich eine Sportnation ist. Oder nur so tut. Ein erfahrener und erfolgreicher Sportfunktionär wie Gunnar Prokop kann die dissonantesten Lieder darüber singen.

Diesmal aber wird sich was ändern. Die Reformen in der Verwaltung der Republik Österreich sind nicht aufzuhalten. Der Staat will und muss schlanker werden. Das Massenphänomen Sport kann sich diesen Forderungen nicht verschließen. Sonst geht er an seiner Fettleibigkeit zugrunde.

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Erwartungen vom Sportforum Schladming

20. April, 2015

Der Wirtschaftsfaktor Sport wird von der Öffentlichkeit nur bedingt wahrgenommen. Sport als Gesundheitsfaktor ist zwar fast jedem bewusst, doch dieses gigantische Potenzial wird politisch nur zu einem kleinen Teil ausgeschöpft.  Im Rahmen der Schulbildung führt der Sport trotz aller Bemühungen um tägliche Bewegungseinheiten ein Mauerblümchendasein.

Der Wert des Sports in den Bereichen Teambildung, Leistungsbereitschaft und Energiehaushalt wird viel zu selten erkannt und ausgeschöpft. Der Zusammenhang zwischen geistiger und körperlicher Fitness sickert viel zu langsam in das Bewusstsein der Menschen ein.

Die Tennis-Courts sind nach längerer Durststrecke wieder gut gebucht, Golf boomt weiterhin, der Vienna City Marathon und andere Lauf-Events wie Frauenlauf und Business Run erzielen Jahr für Jahr Teilnehmerrekorde, Österreich holt auch bei den Radfahrern gegenüber klassischen Hochburgen wie den Niederlanden und Dänemark auf. Die Wintersport-Saison war nicht nur im  Spitzensport, sondern auch im Ski-Tourismus durchaus erfolgreich, Österreichs Seen sind voll mit Surfern, Kitern und Seglern, Billard- und Bowling-Hallen sind gut besucht, Wander-, Kletter- und Trekking-Urlaube liegen voll im Trend.
Trotzdem steht der Sport nicht im Mittelpunkt unserer Gesellschaft.

Rücken wir den Sport in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses…

# …um der Wirtschaftskrise entgegenzuwirken.

# …um im Bildungswesen an internationale Standards  anzuknüpfen.

# …um im Gesundheitsbereich Kosten für Vorsorge und Therapien zu minimieren.

# …um Zivilisations- und Wohlstandskrankheiten zu reduzieren.

# …um Drogenmissbrauch einzudämmen.

# …um sozial benachteiligten Gruppen neue Chancen auf Anerkennung und Selbstwert zu eröffnen.

# …um Integration und Inklusion zu forcieren.

# …um der computer- und berufsbedingten Bewegungsarmut den Kampf anzusagen.

# …um das Kulturland Österreich um den Aspekt der Körperkultur zu bereichern.

Rücken wir den Sport in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, indem wir die Politik auffordern, den Sport ernst zu nehmen.

Genau das soll im Rahmen des 1. Sportforum Schladming passieren. Hochkarätige Keynote Speaker werden ihren Teil dazu beitragen und eine Deklaration für den Sport verfassen.

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„Millionen in Bewegung“

15. April, 2015

45 Milliarden Kalorien verbraucht – Runtastic-er leben gesünder! Es ist eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art, die Florian Gschwandtner erzählen kann. Der Oberösterreicher, Jahrgang 1983, gründete 2009 als 26-Jähriger mit drei Partnern das Start-up „Runtastic“. Seither ist das in Pasching bei Linz ansässige Unternehmen kontinuierlich zu einem internationalen Mobile-Health- und Fitness-Anbieter herangewachsen.

„Runtastic“ zählt inzwischen rund 100 Mitarbeiter aus 23 Nationen und unterhält auch einen Firmensitz in San Francisco. Die gleichnamige App „Runtastic“ wurde inzwischen mehr als 120 Millionen Mal heruntergeladen, weltweit nutzen über 50 Millionen User die Fitness-App. Die mobilen Apps von Runtastic lassen sich mühelos in Verbindung mit den hauseigenen Hardware-Produkten nutzen, die beim Laufen, Radfahren oder anderen Fitnessaktivitäten Werte wie Distanz, Geschwindigkeit, Dauer, Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecken (via Maps) tracken. Die Ergebnisse können anschließend direkt in der App, mithilfe von GPS-fähigen Runtastic-Produkten oder auf Runtastic.com angesehen werden, wo Nutzern ein eigenes Online-Trainingstagebuch sowie detaillierte Statistiken für detaillierte Analysen und den Vergleich mit anderen zur Verfügung stehen.

Beim 1. Sportforum Schladming vom 28. bis 30. Mai im Congress Schladming wird Florian Gschwandtner einer der Keynote Speaker sein. Der CEO des Unternehmens, das inzwischen weltweit tätig ist, hat einen Vortrag mit dem Titel „Millionen in Bewegung“ gewählt. Dabei wird Gschwandtner nicht nur von „Runtastic“, der wohl gesündesten App der Welt, erzählen, sondern auch darüber, wie schwierig es war, in Österreich ein Unternehmen zu gründen; wie gemächlich oder aggressiv es in Österreich bei der Gründung von Start-ups zugeht; und welche Grenzen im Kopf sind oder gesetzt werden.

„Ich denke, für Start-ups gibt es immer Herausforderungen, nicht nur in Österreich. Mittlerweile ist das Thema aber in der öffentlichen Diskussion angekommen. Von Seiten der Politik ist man sich teilweise bewusst, welche Hürden junge Unternehmer zu überwinden haben“, sagt Gschwandtner.

Innovative Ideen müssten laut Gschwandtner nicht mehr unbedingt in San Francisco entstehen, das sei auch in Europa und überall sonst auf der Welt möglich: „Ich denke, dass es in den vergangenen Jahren für Start-ups aus Österreich und Europa leichter war, die Erfolgsleiter hochzuklettern. Trotz allem würden wir 10 Mal so viele Erfolgsstorys brauchen, um international gut wahrgenommen zu werden. Es gäbe viel zu tun!“, stellt der Oberösterreicher fest.

Gschwandtner sieht „Runtastic“ als Hilfestellung: „Die Gesellschaft wird immer mobiler und immer dynamischer. Gerade diese Mobilität führt dazu, dass wir unsere alltäglichen Gewohnheiten anpassen müssen. Wie kann ich mein Training in meinem vollen Terminkalender unterbringen? Hier greifen mobile Fitnesslösungen unterstützend ein und helfen Menschen in jeder Lebenslage dabei, fit zu bleiben oder zu werden. Unabhängig davon, wo man gerade ist – auf Reisen, Zuhause oder im Hotel – und auch in welcher Lebenslage man sich befindet. Denn das ist es, was viele Menschen aktuell brauchen: Tools und Tipps, um fit zu sein – unkompliziert und jederzeit verfügbar.“

Gschwandtner hat sich für die Zukunft hohe Ziele gesetzt: „Wir wollen bis 2020, dass jeder mit Runtastic bewusster und aktiver und dadurch länger und zufriedener lebt – das ist unsere Vision.“

Übrigens, weil zuvor der Kalorienverbrauch angesprochen wurde: Im Jahr 2014 haben alle Runtastic-Nutzer gemeinsam im Vorbeigehen, sorry, im Vorbeilaufen, rund 45 Milliarden Kalorien verbrannt. Und für einen 10-km-Lauf benötigten Männer im Schnitt 56:19 Minuten, Frauen 63:06 Minuten.

Das erste Sportforum Schladming findet von 28. – 30. Mai 2015 im Congress Schladming statt.

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Pressekonferenz Wien 12.3.2015

12. März, 2015


“WIR RÜCKEN DEN SPORT IN DEN MITTELPUNKT DER GESELLSCHAFT”

„Der Sport ist das Epizentrum der Dramaturgie.“
Werner Schneyder

Von Initiator Ronnie Leitgeb bis Sport-Urgestein Gunnar Prokop, von Ex-Skispringer Hubert Neuper bis Ex-Golfprofi Niki Zitny, von Sportsmedia Austria-Präsident Hans-Peter Trost bis Kabarett-Legende Werner Schneyder – die Liste von Prominenten, die heute im Steigenberger Hotel Herrenhof in Wien zusammentrafen, weil ihnen die Zukunft des Sports in Österreich am Herzen liegt, ist lang.

Sportforum
Hochkarätiges Podium bei der PK in Wien

„Sportforum Schladming“ heißt die Veranstaltung, die von 28. bis 30. Mai in der Steiermark stattfinden wird. Die Initiatoren um Ronnie Leitgeb haben Großes vor: „Wir wollen den Sport in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken“, sagte Leitgeb bei der Pressekonferenz. „Bei uns wird der Sport in der Wahrnehmung nur in Breiten- und Spitzensport eingeteilt. Er hat eine viel größere gesellschaftliche Bedeutung: Gesundheit, Bildung, Wirtschaft, Tourismus, Integration… Das wollen wir in Zukunft greifbar machen.“

Thematisch wird das Sportforum neben Keynotes bekannter Persönlichkeiten aus dem Sportbereich auch praxisorientierte, von Fachleuten gehostete, Workshops bieten. Themenkreise sind Gesundheitsförderung, Erziehung, Tourismus, Showsport, Sportindustrie, Wirtschaft aber auch gesellschaftspolitisch schwierige Themen wie Integration.

Leitgeb nannte Zahlen: „Der Sport bewegt in der Wirtschaft 5,6 Milliarden Euro. Das sind 2,55 Prozent der Brutto-Wertschöpfung. Die Landwirtschaft etwa, die ganz anders im Fokus steht, kommt auf 1,71 Prozent. 30 Prozent der Burschen und 28 Prozent der Mädchen von 6 bis 18 Jahren sind übergewichtig. 40 Prozent von ihnen bleiben es ein Leben lang. Das sind alarmierende Zahlen.“

Das Sportforum Schladming ist ein Anstoß für die Politik. „Jeder Keynote Speaker hat den klaren Auftrag, eine konkrete Forderung an die Politik zu formulieren. Diese werden gesammelt in einer Abschluss-Pressekonferenz als „DEKLARATION FÜR DEN SPORT“ präsentiert. Diese Deklaration ist Hilfestellung und Orientierung für künftige politische Entscheidungen im Sport“, sagte Leitgeb. Damit sei die Politik gefordert: „Das aktuelle Regierungsprogramm ist 114 Seiten stark, dem Sport sind davon gerade einmal eineinhalb gewidmet. Das sagt vieles.“

Werner Schneyder, Kabarettist, Autor, Schauspieler und Sport-Experte, ist die aktive Teilnahme am Sportforum Schladming ein Bedürfnis: „Der Sport ist das Epizentrum der Dramaturgie. Es gibt in der Kunst von der Tragödie bis zur Komödie nichts, was der Sport nicht auch bietet“, sagte Schneyder, der in Schladming einen Vortrag mit dem Titel „So ein Theater“ halten wird. „Man muss auf die Zusammenhänge aufmerksam machen und dem Sport zu jener Bedeutung verhelfen, die ihm zusteht.“

Für Hans-Peter Trost ist das Sportforum Schladming eine hervorragende Idee, die er als Gründungsmitglied mit vollem Elan unterstützt: „Sport ist der Spiegel der Gesellschaft. Insofern müssen wir ihn in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken, weil er so vieles vereint. Er ist gesund, er ist integrativ, er fördert die Persönlichkeitsbildung und die Sozialität.“

Gunnar Prokop formulierte das Problem in seiner bekannt direkten Art: „Österreich ist keine Sport-Nation, nicht einmal eine Fußball-Nation, sonst wären nicht alle glücklich, wenn in Wien 10.000 Leute zu einem Spiel kommen. Was ist der Unterschied zwischen Wien und München? Warum sind dort die Stadien und Hallen voll und bei uns nicht?“, fragte die Trainer-Legende und gab gleich die Antwort: „Weil der Sport bei uns keinen Stellenwert hat. Das müssen wir ändern.“

Hannes Leitner, dem Stadtamtsdirektor von Schladming, kommt das Sportforum Schladming wie gerufen. „Das ist eine großartige Idee, die wir gern unterstützen. Schladming hat eine große Kompetenz im Sport. Dass es hier nicht um Spitzensport geht, rundet die Geschichte für uns ab.“ Die Schladminger wurden auch gleich selbst aktiv: Ab sofort gibt es in den Kindergärten und Schulen die tägliche Bewegungsstunde.

Ronnie Leitgeb definiert das langfristige Ziel: „Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien sollen künftig von den Visionen und Ideen des Sportforum Schladming profitieren.“

Die Mitglieder des Gründungskomitees sind Manfred Breitfuß, Ing. Wolfgang Gotschke, Dr. Erwin Huber, Herbert Janko, Dr. Andrea Kdolsky, Hans Knauss, Prof. Michael Kuhn, Ronnie Leitgeb, Mag. Hans Miller, Prof. Gunnar Prokop, Dr. Leodegar Pruschak, Julian Rachlin, Dr. Susanne Riess, Hansjörg Stocker, Thomas Sykora, Dr. Rudolf Thuri, Mag. Hans Peter Trost, Michael Walchhofer und Jürgen Winter.

1. Sportforum Schladming: 28. – 30. Mai 2015 im Congress Schladming

www.sportforum-schladming.at

presse@sportforum-schladming.at